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Fussball zwischen Auffahrtsstau und Baustelle

Bild: zVg
An Feiertagen im Frühling gibt es bedeutend mehr als Auffahrtsstau und Baustellen. Quasi vor der Haustüre findet in Landquart das traditionelle, internationale Fussball-Juniorenturnier statt.

Die Baustelle der neuen Leichtathletikanlage Ried schränkt die Bewegungsfreiheit der jungen Fussballerinnen und Fussballer zwar etwas ein, aber es gibt trotzdem keinen Grund sich hinter den Baggern zu verstecken.

Die Plätze im frischen Gras füllen sich langsam mit den Teilnehmern. Die über 300 Kinder sind ganz zappelig und freuen sich auf den Turnierstart. Zur Freude des Veranstalters sind seit einigen Jahren jeweils auch junge Kicker aus Karlsruhe dabei, von Post Südstadt Karlsruhe –Jugendfussball-Abteilung.

Der Speaker pfeift über die Lautsprecheranlage pünktlich um 10 Uhr die Spiele der F- und E-Junioren an. Die Spannung und die Freude an den Fussballspielen erinnert an die Leidenschaft, die auch die Grossen bei einer Welt- oder Europameisterschaft empfinden. Es wäre eigentlich ein WM-Sommer, eigentlich, aber das ist eine andere Geschichte...

Hier in Landquart, auf dem Sportplatz Ried, jubeln die Spielerinnen und Spieler nach jedem Tor ausgiebig und mit ausgebreiteten Armen. Oder sie liegen nach einem Gegentor oder einem Foul zerstört auf dem Boden und jammern fürchterlich.

Die Emotionen kochen hoch und die Geduldslunte ist kurz. Am Spielfeldrand sind die Mamis und Papis sehr stolz, die Coaches mit lauten und euphorischen Stimmen präsent. Alle finden ihre Gegner und der eine oder andere Spieler würde gerne ein Foul neben dem Platz noch zu Ende austragen. Aber nach dem Schlusspfiff sind die Gemüter wieder beruhigt.

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Dann, kurz vor Mittag, das Spiel um einen Podestplatz bei den F-Junioren, FC Walenstadt gegen FC Landquart Fa1: Der Schiedsrichter entscheidet kurz vor Schluss beim Stand von 2:2 auf einen Hands-Penalty gegen Landquart. Goalie Mateo Melillo springt in die richtige Ecke, doch der Ball rutscht ihm über die Finger ins Tor. Grosse Enttäuschung bei den einheimischen Spielern und rote Köpfe bei den Eltern und dem Trainer.

Für die Kollegen des FC-Landquart Fa2 reicht es dann aber doch noch zum Turniersieg bei den F-Junioren und die Welt beim Heimclub ist wieder in Ordnung.

Später im Interview erzählt Matteo wie es wirklich war: Sein Verteidiger hatte schon die Hand nach dem Ball ausgestreckt, aber im letzten Moment boxte er den Ball weg und der Schiedsrichter hat es nicht ganz richtig gesehen. Und Matteo erzählte auch, wer sein Idol ist: Natürlich ein Torhüter einer Nationalmannschaft. So viel sei hier verraten. Aber keiner aus der Schweiz.

Unterdessen steht die Sonne hoch am Himmel, das Gras ist leuchtend grün und Motorräder knattern über die Landstrasse neben dem Fussballplatz. Beim Clubhaus läuft die Festwirtschaft auf Hochtouren. Es gibt Pasta für die Spieler. Die zahlreichen Betreuer, Familien und Zuschauer verpflegen sich vergnügt mit Wurst, Bier und Pommes frites. Ein kleines Stück Fussballparadies wie aus einem Schweizer Bilderbüechli.

An den Finalspielen der E- und D-Junioren ist jeweils ein Team des FC Landquart beteiligt. Doch beide Male müssen sich die Gastgeber geschlagen geben. Bei den D-Junioren setzen sich die gelben Kicker des FC Kölliken durch, bei den E-Junioren siegt die Auswahl des FC Fehraltorf.

Nach Turnierschluss bleiben ein paar rote Köpfe übrig. Schuld daran sind nicht die zwischenzeitlich aufgeheizten Gemüter und die intensiven Fussballspiele, sondern weil sie sich einen veritablen Sonnenbrand eingefangen haben.

Pressedienst