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Freizeit
15.06.2022
14.06.2022 15:29 Uhr

Grümpelturniere sind keine Unfallturniere

Grümpelturniere sind keine Unfallturniere.
Grümpelturniere sind keine Unfallturniere. Bild: Suva
Grümpelturniere sind besser als ihr Ruf. Im Vergleich zu einem offiziellen Meisterschaftsfussballspiel kommt es bei einem Grümpelturnierspiel zu fünfmal weniger Unfällen. Mit drei Verletzten pro 1000 Spielenden hält sich die Verletzungsbilanz seit 5 Jahren konstant tief. Handlungsbedarf besteht bei den Themen: Fairplay und Schutzausrüstung.

Grümpelturniere haben zu Unrecht ein schlechtes Image. Dies zeigen Ergebnisse aus verschiedenen Kundenbefragungen sowie eine Auswertung der Unfallzahlen durch das Sozialforschungsinstitut Lamprecht und Stamm.

Weniger Verletzungen an Grümpelturnieren als beim Vereinsfussball

Die Auswertungen zeigen, dass die Unfallwahrscheinlichkeit bei einem Grümpelturnier fünfmal tiefer ist als bei den Meisterschaftsspielen im organisierten Clubfussball. Zudem sind die Verletzungen an Grümpelturnieren in den vergangenen 15 Jahren kontinuierlich zurückgegangen. Waren es im Jahr 2004 noch rund 15 Verletzte pro 1000 Fussballspielende, sind es im Jahr 2015 nur noch knapp drei Verletzte. Die Anzahl Verletzte hält sich bis heute stabil. Die Befragungen von Lamprecht und Stamm bestätigen, dass die Spielenden an Grümpelturnieren weniger Verletzungen riskieren, als sie dies im Vereinsfussballbetrieb tun. «Bei den Vereinsfussballer und -fussballerinnen bestätigten 50 Prozent der Befragten die Aussage «…wenn es um einen wichtigen Sieg geht, riskiere ich auch, mich zu verletzen». Bei den Spielerinnen und -spieler an Grümpelturnieren waren es lediglich 34 Prozent, die diese Aussage stützten», weiss Raphael Ammann, Kampagnenleiter Fussball bei der Suva und Auftraggeber der qualitativen Studie.

Potenzial beim Schuhmaterial und Tragen von Schienbeinschonern

Über die Hälfte der Verletzungen an Grümpelturnieren betreffen das Knie- oder das Fussgelenk. Dabei fällt auf: Die Schuhwahl fällt bei knapp einem Viertel der Befragten nicht optimal aus. Sie spielen barfuss, in herkömmlichen Turnschuhen oder nicht passenden Nockenschuhen. Auch die von der Suva empfohlenen und vor Ort zur Verfügung gestellten Schienbeinschoner wurden von über der Hälfte der Befragten nicht getragen. «Professionelles Schuhwerk sowie das Tragen von Schienbeinschonern reduziert die Verletzungsgefahr an Beinen und Füssen massiv. Jede und jeder sollte sich das zu Herzen nehmen. Es ist ein kleiner Aufwand mit grossem Effekt», bekräftigt Ammann. Als Präventionspartnerin gibt die Suva den Veranstalterinnen und Veranstaltern von Grümpelturnieren kostenlos ein umfassendes Materialpaket zur Prävention von Fussballverletzungen ab. Das Paket umfasst u.a. Schienbeinschoner, Stutzen, Überzieher, Absperrbänder und eine Fairplay-Bande. Weiter gibt sie einen finanziellen Zustupf an das Turnierbudget, wenn offizielle Schiedsrichter für das Turnier engagiert werden.

Gewinnen, ohne sich zu verletzen = ein doppelter Sieg

Verbesserungspotenzial besteht auch beim Thema Fairplay: Rund ein Viertel der Befragten gaben ihre Zustimmung zu der Aussage «…im Spiel treffe ich öfter nicht nur den Ball, sondern auch den Gegenspieler». Weiter bestätigen 22 Prozent der Befragten, dass sie häufig gefoult werden. «Klar geht es auch bei einem Grümpelturnier auch darum wer gewinnt, aber wenn ein Spiel ohne Verletzungen ausgeht, ist das wie ein doppelter Sieg – deshalb appellieren wir an alle Fussballbegeisterten mit der Botschaft: Spiel fair, aber nicht gefährlich. Die Umsetzung der fünf Fairplay-Regeln bilden dabei die Basis», sagt Ammann.

Die fünf Fairplay-Regeln für ein verletzungsfreies Grümpelturnier:

  • Ich handle vorbildlich: Auf und neben dem Platz begegne ich allen mit Respekt und Anstand. Bei Sieg und Niederlage bewahre ich Haltung.
  • Ich akzeptiere Entscheide des Schiedsrichters und des Trainers – auch wenn ich anderer Meinung bin.
  • Ich spiele verantwortungsvoll und fühle mich für die körperliche und seelische Unversehrtheit meiner Gegenspieler verantwortlich.
  • Ich bleibe cool: Ich bewahre auch in hitzigen und spielentscheidenden Situationen einen kühlen Kopf. Bei Konflikten wirke ich beruhigend ein.
  • Ich denke und handle positiv: Ich zeige im Spiel und im Training eine positive Einstellung und Körpersprache.

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit 18 Agenturstandorten und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4400 Mitarbeitende. Als selbstständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit 4,3 Mrd. Franken Prämienvolumen versichert sie rund 130 000 Unternehmen bzw. 2,0 Mio. Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Arbeitslose sind automatisch bei der Suva versichert. Zudem führt sie im Auftrag des Bundes seit 2005 auch die Militärversicherung. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten weiter. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.

Pressedienst