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800 Jahre Geschichte neu aufgerollt

Cover des Buches von Florian Hitz.
Cover des Buches von Florian Hitz. Bild: zVg
Die «Keimzelle» von Klosters war die am 24. Mai 1222 erstmals urkundlich erwähnte Kirche St. Jakob. Die Gegend war damals noch unbesiedelt. Trotzdem wurde das Gotteshaus schon bei seiner ersten Erwähnung als Pfarrkirche – statt nur als Kapelle – bezeichnet. Das geschah in einem vorausschauenden Sinn: Die Bevölkerung, die eine Pfarrkirche benötigte, sollte sich hier alsbald entwickeln. Erschliessung und Besiedlung: Das war die Vision der Gründer, jener Vertreter des Prämonstratenser-Ordens, die sich bei der Kirche St. Jakob niederliessen.

Die Prämonstratenser waren allgemein auf Seelsorge ausgerichtet und kümmerten sich um den Landesausbau. Ihre Niederlassung im inneren Prättigau wurde allerdings noch für mehr als hundert Jahre «Klösterli im Wald» genannt. Die Rodungsphase war offenbar nicht so schnell abgeschlossen.

Bewegte Dorf- und Tal-Geschichten

Ein weiterer Urbarisierungsschub geschah nach 1300 mit der walserischen Ansiedlung. Von Davos kommend, liessen sich die Walser im Hochtal von Schlappin sowie im Umkreis der Klosterhöfe von St. Jakob nieder. Anders als die rätoromanischen Bewirtschafter der Klosterhöfe, welche teilweise Frondienste leisten mussten – ein Kennzeichen der Hörigkeit –, waren die Walser frei. Ihnen war es vor allem zu verdanken, dass im inneren Prättigau eine Gerichtsgemeinde, genannt «zum Kloster», entstand, die ein Gegengewicht zum adligen Gebietsherrn bildete. Auch der Sprachwandel von Romanisch zu Deutsch ging natürlich auf den Einfluss der Walser zurück. Im Jahr 1525 hob sich das Kloster St. Jakob selbst auf: Der Klostervorsteher trat freiwillig in den weltlichen Stand über; die wenigen Brüder folgten ihm. Die Gemeinde zog die Klostergüter ein und teilte sie neu an die örtlichen Familien aus. Dies führte zu Spannungen mit dem damaligen Gebietsherrn, dem Erzherzog von Österreich. Der Habsburger verstand sich als Beschützer der römischen Kirche und als oberster Klostervogt in seinem Herrschaftsbereich. Er wollte das Kloster wieder aufrichten und den katholischen Glauben im Prättigau wieder einführen. Der daraus entstehende Konflikt wurde erst im Jahr 1649 durch den Loskauf der österreichischen Herrschaftsrechte seitens der Gemeinden gelöst. Die «Franzosenzeit» ab 1799 erfuhr Klosters wiederum Kriegshandlungen und militärische Besetzung. Danach zwang eine schlechte Klima- und Wirtschaftsentwicklung viele Einzelpersonen und ganze Familien zur Auswanderung.

Der Tourismus kommt

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trat die grosse Wende ein. Nach der Fertigstellung der Prättigauer Talstrasse 1861 kamen zunächst Alpinisten nach Klosters, um sich im Silvrettagebiet zu be(s)-tätigen. In den 1870er-Jahren entstand dann in Klosters Platz und Dorf eine ganze Anzahl von stattlichen Hotels. Das Bauerndorf entwickelte sich zum Kurort. Als solcher war Klosters zunächst eine «Sommerfrische», bis unter dem Einfluss von Touristen aus Davos auch Wintersport getrieben wurde. Ab etwa 1890 frönte man dem Schlitteln; bald nach 1900 kam das Skifahren auf. Die beiden Weltkriege bedeuteten jeweils nur vorübergehende Einbrüche im grossen Aufschwung des Wintersportzentrums Klosters. Ab 1950 erfolgte der Bau der Bergbahnen. In der Wachstumsphase der Hochkonjunktur hat sich Klosters dann baulich besonders intensiv entwickelt und vom Aussehen her stark verändert.

 Die 800 Jahre Geschichte der Gemeinde Klosters wird im Buch übersichtlich und verständlich dargestellt. Der Text wird ergänzt durch ein umfangreiches «Fotoalbum», das eine Vielzahl historischer Aufnahmen präsentiert. Das Werk mit dem Titel «Klosters – 800 Jahre Geschichte» kann jetzt per Mail an info@druckischiers.ch oder auch direkt in den Druckereien Schiers und  Landquart gekauft werden. 

Florian Hitz