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Ein neuer Treffpunkt für Jugendliche in Landquart

Wiebke Schwing (r.), Leiterin des Jugendtreffs, verabschiedet schweren Herzens zwei Mitarbeitende.
Wiebke Schwing (r.), Leiterin des Jugendtreffs, verabschiedet schweren Herzens zwei Mitarbeitende. Bild: Sara Smidt
Bisher konnten sich Jugendliche in Lanquart nur zu bestimmten Zeiten im Jugendtreff sehen. Nun können sie rund um die Uhr grillen, plaudern und einfach zusammen sein. Ein von der Gemeinde und der Kirchgemeinde finanzierter Pavillon wurde in Landquart Ried eröffnet.
Projektleiter Michel Lardelli (Mitte) mit den Bauarbeitern. Bild: Sara Smidt

«Gebet Sorg zum Pavillon», gab Martin Heim, Gemeinderat in Landquart, den Jugendlichen mit auf den Weg. Am 24. Juni 2022 wurde endlich der neue Pavillon bei der Blue Box im Ried eingeweiht, wo neu auch gegrillt werden kann. Der Weg dahin war steinig, denn coronabedingt wurde das Holz für den Bau untragbar teuer, und es gab Lieferschwierigkeiten, wie Projektleiter Michel Lardelli von der Jugendarbeit Landquart erzählte. Da hiess es warten. Inzwischen ist auch der vom Kanton beanstandete Grill konform, und es kann losgehen, sobald es nicht mehr regnet. Der Pavillon ist frei zugänglich, so dass sich die Jugendlichen an keine Öffnungszeiten halten müssen. «Das hat die Gemeinde für euch gemacht», so der für die Jugendarbeit zuständige Politiker. Der Werkhof liefert auf Anruf auch Holz, so dass gemeinsamen vergnüglichen Stunden nichts mehr im Wege steht. Zudem hat es noch Platz rundherum, und in guter Art des Jugendtreffs können die Jugendlichen selbst Initiative ergreifen, wenn sie Wünsche haben, vielleicht ein Basketballkorb?

Silja Aggeler spielt ein selbst komponiertes Stück. Bild: Sara Smidt

Aktiv auf Jugendliche zugehen

«Partizipation steht nämlich hoch im Kurs», betont die Leiterin der Jugendarbeit Wiebke Schwing. Die Graffitis drinnen entstanden beispielweise gemeinsam in einem Workshop, und auch die Rückwand des Pavillons draussen wurde gemeinsam erstellt. In der Coronazeit hat allerdings die Dynamik etwas gelitten. Immer wieder wurden für einen Abschlussball Anläufe genommen, viele Zoom-Sitzungen vergingen mit der Planung, und wieder und wieder fiel die Durchführung dem Virus zum Opfer. Für Jugendliche sei dies besonders hart, da in der kurzen Zeit zwischen 13 und 18 Jahren unglaublich viel in der Entwicklung der jungen Menschen passiere, so Schwing. Sie könnten bereits in zwei Jahren verlernen, dass es auf ihr eigenes Engagement und ihre Ideen ankomme. Die Mitarbeitenden des Jugendtreffs warten nicht nur, bis Jugendliche kommen, zum Beispiel jeweils zu den Treffs während der Nachmittags- und Abendöffnungszeiten (Dienstag bis Donnerstag 15 bis 19 Uhr; Freitag von 18 bis 22 Uhr), sondern gehen aktiv auf sie zu. Sie laden jeweils die sechste Klasse ein, um ihnen die Blue Box mit ihrer Musikanlage, die Bar, die gemütlichen Sofas, den Töggelikasten und den Billardtisch vorzustellen. Manchmal tragen sie ein rotes Sofa auf den Schulplatz in Igis und laden zu Gesprächen, Glace und Cocktails ein. So kommen immer wieder neue Generationen, während die bisherigen herauswachsen und eigene Wege gehen. Man spürt den Zusammenhalt und die gute Atmosphäre in der Blue Box und merkt, dass dieser Ort von motivierten Mitarbeitenden und den Jugendlichen in Schuss gehalten wird. So wurde die Eröffnung mit der Verabschiedung zweier Mitarbeiterinnen verbunden (Judita Arenas, elf Dienstjahre; Jessica Coray, vier Dienstjahre). Sie wurden herzlich bedacht mit Rucksack, persönlichen Erinnerungen und einem selbst komponierten Stück auf dem Cello von Teammitglied Silja Aggeler.

Der belebte Jugendtreff Landquart. Bild: Sara Smidt
Sara Smidt