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Gesundheit
04.07.2022

Husten ist nicht gleich Husten

Dauert ein Husten länger als 8 Wochen an, soll er ärztlich abgeklärt werden, schreibt Lunge Zürich.
Dauert ein Husten länger als 8 Wochen an, soll er ärztlich abgeklärt werden, schreibt Lunge Zürich. Bild: Lunge Zürich
Husten ist weit verbreitet und gleichzeitig ein leidiges Symptom. Da die Ursachen aber vielfältig und das Symptom auch ein Anzeichen für eine schwerwiegendere Erkrankung sein kann, die man möglichst früh erkennen und behandeln sollte, lohnt es sich, den Husten ernst zu nehmen und ärztlich abklären zu lassen.

Husten ist per se nichts Negatives, sondern fungiert als Schutzmechanismus des Körpers. Zwei wichtige Funktionen werden durch den Husten erfüllt: Bronchialschleim wird nach aussen transportiert und gelangt ein Fremdkörper in die Atemwege, so wird dieser mit einer Geschwindigkeit von bis zu 900 Kilometer pro Stunde hinauskatapultiert – so schnell wie ein Düsenjet.

Vielzahl an Muskeln involviert

Beim Husten arbeitet eine Vielzahl von Muskeln in der Brust, im Bauch und im Rücken genau koordiniert, mit grosser Kraft und äusserst effizient zusammen – und so kommt die unglaubliche Geschwindigkeit zustande. Hält der Husten länger an, so kann es durch die vermehrte Beanspruchung der Muskulatur durchaus auch zu Muskelkater oder in seltenen Fällen gar zu einem Rippenbruch kommen. Der Körper leistet Schwerstarbeit!

Akut, chronisch, trocken oder produktiv?

So vielseitig die Hustenarten, so vielseitig sind auch die Ursachen, schreibt Lunge Zürich in ihrer Mitteilung. Der Husten selbst ist keine Krankheit, sondern ein Symptom und variiert stark: trocken, schleimbildend, bellend, pfeifend, leise. Zu den häufigsten Ursachen gehören laut Mitteilung Erkältungskrankheiten. Grundsätzlich können aber alle Krankheiten, die die Atemwege oder die Lunge betreffen, Husten auslösen.

Auch psychischer Ursprung möglich

Neben organischen Ursachen könne der Husten aber auch psychischen Ursprungs oder wie beim Phänomen «Eishusten» eine Überreaktion des Körpers sein, so die Mitteilung weiter. Dauert der Husten kürzer als drei Wochen, wird er als akuter Husten eingestuft. Hält er jedoch länger als acht Wochen an, gilt er als chronisch.

Charakteristisch für den chronischen Husten sei auch, dass er sich trotz Medikamenteneinnahme nicht bessert. «Die möglichen Ursachen sind vielfältig und bedingen deshalb eine sorgfältige Abklärung». Das sei zum Beispiel ein Asthma, Aufstossen von Magensaft und Sodbrennen oder eine chronische Entzündung der Nasenschleimhaut oder Nasennebenhöhlen. «Diese Erkrankungen sollten so früh wie möglich gesucht und behandelt werden. Ein Husten, der nicht weg geht, kann auch ein Zeichen einer Krebserkrankung sein.»

Länger als 8 Wochen? Ab zum Arzt!

Darum müsse jeder Husten, der länger als acht Wochen anhalte, ärztlich abgeklärt werden, schreibt Lunge Zürich weiter. Chronischer Husten sei in der Schweiz einer der häufigsten gesundheitsbezogenen Gründe, einen Arzt aufzusuchen. Doch leider würden in der Regel viele Betroffene zu lange warten. Dabei sei der Leidensdruck der Betroffenen jeweils gross und habe weitreichende Folgen, die nicht nur den Körper, sondern auch das Sozialverhalten und die Psyche beeinträchtigen können.

Husten nicht unterdrücken

Husten spielt eine wichtige Rolle bei der Reinigung der Atemwege, so Lunge Zürich weiter. Aus diesem Grund sollte ein produktiver Husten mit viel Sekretbildung generell nicht unterdrückt werden. «Ist der Husten stark und stört beispielsweise die Nachtruhe oder es gibt es eine bestimmte Ursache, können nach ärztlicher Rücksprache verschiedene Behandlungsmöglichkeiten ausprobiert werden.»

So unterschiedlich die Auslöser für Husten sein können, so unterschiedlich sind auch die Behandlungen mit Medikamenten. Oft geht es jedoch darum, den Betroffenen primär Linderung zu verschaffen und beispielsweise den Hustenreiz oder die Schleimbildung zu unterbinden oder aber das Abhusten des Schleims zu erleichtern.

vilan24/Lunge Zürich/Zürioberland24