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Wie geht es weiter mit der Eishalle ?

Die Zukunft der Eishalle Grüsch wird aktuell diskutiert.
Die Zukunft der Eishalle Grüsch wird aktuell diskutiert. Bild: Christian Imhof
Es ist diese eine Meldung, welche die Gerüchteküche im Vorderprättigau aktuell heiss brodeln lässt. «Die Domenig Immobilien AG will im Frühjahr 2023 die Eishalle Grüsch schliessen.» Dadurch ist der HC Prättigau-Herrschaft dringend auf Hilfe angewiesen. Dass das Ganze nicht so heiss gegessen wird, wie es gekocht wird, hat ein erster Besuch beim Grüscher Gemeindepräsidenten Marcel Conzett gezeigt.

«100 000 bis 150 000 Franken Minus macht die Domenig Immobilien AG mit der Eishalle Grüsch im Schnitt jedes Jahr», sagt Marcel Conzett, Gemeindepräsident von Grüsch. «Aus diesem Grund sind sie diesen Schritt gegangen und haben mit dem HC Prättigau-Herrschaft das Gespräch gesucht.» Doch was er jetzt schon am Anfang von den Gesprächen mit allen Beteiligten sagen könne, ein Ausstieg aus dem Vertrag sei für die Churer Immobilienfirma gar nicht so einfach, da die Gemeinde Grüsch das Vorkaufsrecht zu Vorzugskonditionen besitze und wenn die Halle zwei Jahre nicht betrieben werde, Domenig Immobilien die ganze Halle zurückbauen müsste oder eben das Vorkaufsrecht zum Zuge komme.

Nachwuchs im Fokus

«Grüsch wird die Eishalle selber nie betreiben und trotzdem ist es mir wichtig, dass wir für eine gemeinsame Lösung finden», sagt Conzett. Bei der Halle gehe es nicht nur um die erste Mannschaft vom HCPH, sondern um viel mehr. «Was hier wirklich auf dem Spiel steht, ist der Eishockeynachwuchs weit über das Tal hinaus. Rund 190 Junioren würden bei einer Schliessung einfach so ‹auf die Strasse› gesetzt. Ihnen allen würde nicht nur das Hobby genommen, auch sonst würde ihnen die Möglichkeit fehlen Kollegialität, Zusammenhalt und der sozia-le Umgang miteinander zu erlernen.» Eishockey sei eben mehr als ein Sport und darum lohne es sich definitiv dafür zu kämpfen.

Entscheid Mitte August

Ähnlich sehen das wohl auch die Verantwortlichen bei der Firma Domenig Immobilien, die bereits erste Gespräche mit der Gemeinde geführt haben. Es habe sich gezeigt, dass das Herz von Herrn Thomas Domenig nicht nur für das Eishockey, sondern auch für den Nachwuchs schlage. «Inzwischen steht eine neue Summe im Raum», erklärt Conzett den neuen Zwischenstand. «Sie möchten ca. 70 000 Franken mehr an Eismiete pro Jahr um das Defizit zu minimieren. Diese sind natürlich für den lokalen Hockeyclub nicht einfach zum Stemmen. Wir von der Gemeinde möchten gerne behilflich sein, doch wenn wir die Zahlen der Kinder anschauen, muss man auch anmerken, dass rund die Hälfte aus dem Prättigau stammt und ein guter Teil aus der Herrschaft stammt.» Es sei an der Zeit die Eishalle als überregionale Geschichte mit den Regionen anzuschauen. Genauere Informationen zur Zukunft der Eishalle Grüsch werden laut Conzett Mitte August erwartet, was er aber schon mal mit grosser Wahrscheinlichkeit sagen dürfe, eine Schliessung ist nicht im Sinne von Grüsch, dem HCPH und auch nicht von Domenig Immobilien.

Christian Imhof