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Geschichten, die vom Kontrast leben

Preisübergabe im alten Schulhaus in St. Antönien: (von links nach rechts) Monika Flütsch-Gloor und Ariane Bolli-Landolt.
Preisübergabe im alten Schulhaus in St. Antönien: (von links nach rechts) Monika Flütsch-Gloor und Ariane Bolli-Landolt. Bild: Marietta Kobald-Walli
Für ihre eigenständige und kreative Papierschnittkunst, mit der sie für Begeisterung im In- und Ausland sorgt, erhielt Monika Flütsch am letzten Samstag, 3. September 2022, im ehemaligen Schulhaus in St. Antönien den Irma-Landolt-Lechner-Preis 2022.

Musikalisch umrahmt vom Duo Campanula mit Anita Dachauer aus Saas am Schwyzerörgeli und Lisa Travella an der Geige, bestens unterhalten durch Köbi Gantenbeins Lobrede auf eine Kunsthandwerkerin, die «Geschichten erzählt, die vom Kontrast leben», und «Spiis und Trank» von der Kulturgruppe St. Antönien, übergab die Präsidentin der Stiftung, Ariane Bolli-Landolt, Monika Flütsch diesen für sie motivierenden und wichtigen Preis, wie sie dankend sagte.

Präzise Kalkulation

Gantenbein startete seine Lobrede mit der Sage «Madrisa». Monika Flütschs Papierschnitte hatten die Sage vor drei Jahren erzählt, anlässlich der «Linsenshow» als Lichtprojektion der Künstlergruppe Projektil beim Eindunkeln auf der Holzfassade vom Nutli Hüschi. «Mich beeindrucken die Disziplin, die Verbindlichkeit und die unmittelbare Ausführung des filigranen Werks mit der Kraft von Hand und Finger. Mit Druck und Zug, mit Ansatz und Schnitt, mit präziser Kalkulation, damit ein Bogen auch dort endet, wo der Plan im Kopf und das Schnittmuster ihn vorgesehen haben», führte Gantenbein aus. Ihm gefalle ausserdem, dass sich Monika Flütsch als Kunsthandwerkerin verstehe, nicht als Künstlerin. Denn darin liege Zuversicht für die handwerklichen Berufe im ländlichen Raum.

Beginn in der Wärchstube Klosters

Anwesend war neben vielen Bekannten und Verwandten auch die Mutter von Monika Flütsch, Lisbeth Gloor. Diese durfte 1985 zusammen mit ihren Kolleginnen von der Wärchstube Klosters denselben Preis in Empfang nehmen, und genau dort hat Monika damals mit der Teilnahme an einem Scherenschnittkurs ihre Karriere mit diesem filigranen Kunsthandwerk begonnen.

Zweck der Irma-Landolt-Lechner-Stiftung ist die Verleihung von Anerkennungs- und Förderpreisen an Frauen oder auch privatrechtlich organisierte Institutionen, welche sich auf kulturellem oder sozialem Gebiet besonders verdient gemacht haben. Vor allem werden dabei die Region Prättigau-Davos und der umliegende Kantonsteil von Graubünden berücksichtigt. Dem Vorstand gehören an: Ariane Bolli-Landolt, Nina Brosi-Janett, Verena Milenkovic-Schmidt und Esther Bläsi-Huber.

Marietta Kobald-Walli