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Schweiz
03.01.2026

Räbers’s königliche Königskuchen

Beglücken Kundinnen und Kunden mit besonderen Königskuchen: v.l. Roland Räber; Rahel Räber; Andrea Agosti in der Bäckerei an der Oberseestrasse in Rapperswil-Jona.
Beglücken Kundinnen und Kunden mit besonderen Königskuchen: v.l. Roland Räber; Rahel Räber; Andrea Agosti in der Bäckerei an der Oberseestrasse in Rapperswil-Jona. Bild: Markus Arnitz, Linth24
Keramik statt Plastik: Die Bäckerei Räber in Rapperswil-Jona setzt beim Dreikönigskuchen auf handbemalte Figuren. Und trifft damit den Nerv der Kundschaft. Linth24 war auf Visite.

Dreikönigskuchen gehören zum Januar wie gute Vorsätze und sind genauso kurzlebig. Bei der Bäckerei Räber in Rapperswil-Jona ist das dieses Jahr anders. Wer hier zugreift, bekommt nicht nur Hefegebäck, sondern auch ein kleines Stück Beständigkeit. Keramikfiguren ersetzen das übliche Plastik. Handbemalt, schlicht vergoldet, überraschend wertig. Das erste WhattsApp erhielt Linth24 von Nachtwächter-Stadtführer Adrian Gratwohl. Dann ging es Schlag auf Schlag mit weiteren begeisterten Hinweisen.

Glücksbringer

«Wir wollen dem Kunden etwas Schönes mitgeben», sagt Bäckermeister Roland Räber im Gespräch mit Linth24. Etwas, das Freude macht, vielleicht gesammelt wird, oder als Glücksbringer dient. Plastik war für ihn keine Option.

 

Vom Königskuchen in die Krippe: handbemalte Keramikfigürchen. Bild: Markus Arnitz, Linth24

Eine Idee mit Vorlauf

Ganz spontan ist so ein Königskuchen nicht. Die Figuren müssen im Frühling bestellt werden. Serienwahl, Stückzahl: alles Monate im Voraus. «Du kannst nicht einfach im Januar noch schnell 500 Kuchen nachschieben», sagt Räber nüchtern. Planung statt Bauchgefühl.

Die Keramikfiguren sind Teil einer Challenge im Schweizer Bäckermeisterverband, um traditionelle Produkte neu zu denken. Räber, selbst im Zentralvorstand, war schnell überzeugt. Als klar war, dass die sogenannten Keramikfiguren auch frei verfügbar sind, stand für ihn fest: Räber macht mit.

Roland Räber: eine Krippe für die Keramikfiguren in seinen Königskuchen. Bild: Markus Arnitz, Linth24

Sammeln, tauschen, komplettieren

In Rapperswil-Jona gibt es zehn verschiedene Figuren. Genug für eine komplette Krippe. Jeder Kuchen enthält eine andere. Um zu zeigen, was alles drin ist, hat Räber kurzerhand eine Krippe aus Lebkuchen gebaut. Marketing mit Mehlstaub.

Ob es nächstes Jahr weitergeht, ist offen. Denkbar wäre auch, die restlichen Figuren nach dem 6. Januar separat zu verkaufen, vielleicht im Rahmen einer Führung. Damit niemand mit einer halben Krippe leben muss.

Nachfrage bestätigt den Mut

Ob die Kundschaft bewusst danach greift? Teils, teils. «Sie schnappen natürlich drauflos», sagt Räber und lacht. Doch die Rückmeldungen sind positiv, die Nachfrage spürbar. Bis jetzt wurden tendenziell mehr Königskuchen verkauft. Ein Zeichen, dass Qualität und Idee ankommen.

  • Jedes Figürchen ein handbemaltes Kleinod. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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  • Anders als andere: Königskuchen mit Keramikfiguren. Bild: Markus Arnitz, Linth24
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Tradition bleibt vielfältig

Neben der Keramik-Innovation bleibt Räber bodenständig. Schoko-, Rosinen- und Neutral-Königskuchen gibt es weiterhin. Je nach Region mit sehr unterschiedlichen Vorlieben. Im Toggenburg etwa ist der Kuchen traditionell leer. Sultaninen? Eher auf dieser Seite des Ricken.

Der Königskuchen zeigt: Tradition lebt, wenn man sie ernst nimmt. Und ihr ab und zu etwas Gold verpasst.

Den Königskuchen mit Keramikfiguren gibt es bei Räber.
St. Gallerstrasse 29, 8645 Jona
Obersestrasse 80, 8645 Jona
https://www.raebergemacht.ch/

Markus Arnitz, Linth24