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Furna
20.11.2020
20.11.2020 15:07 Uhr

Ronentobelbrücke Drehort für Thriller

Die Ronentobelbrücke war mehrere Tage Schauplatz für einen Thriller. Bild mit SLGView-App scannen und reinschnuppern. Bild: zVg
Von Freitag bis Sonntag war die Ronentobelbrücke bei Furna Schauplatz für Filmaufnahmen. Dabei ging es nicht etwa um einen Dokumentarfilm über das 1991 im Holz-Betonverbund erstellte Bauwerk, sondern um einen handfesten Thriller.

Die Ronentobelbrücke am Weg zur Alp Lerch im mystischen Novemberlicht: Vermummte Gestalten, ein Handgemenge, Rufe: Was ist da los? Die vor 30 Jahren durch das Wegkonsortium Furnertobel als erste im Holz-Betonverbund erstellte 50 Meter lange Brückenkonstruktion dient für drei Tage als Schauplatz für einen Kurzspielfilm. «Wir sind drei Bachelorstudenten des Studiengangs ‹Multimedia Production› im dritten Semester an der Fachhochschule Graubünden (FHGR) in Chur», erklärt Maurus Held. Gemeinsam mit Jann Müller, der auch Regie führt, hat er das Drehbuch geschrieben. «Angefangen haben wir im Juli. Im Verlaufe der letzten Wochen haben wir noch vieles umgestaltet.» Ein professioneller Drehbuchautor, welcher ihnen beratend zur Seite gestanden sei, habe die ersten paar Fassungen angeschaut und ihnen Tipps gegeben, was sie anders machen könnten. «Die hauptsächlichsten Grundelemente der Geschichte, die sind jedoch geblieben.»

 

Die wichtigsten Szenen

Dem «übel zugerichteten» Gesicht von Maurus Held nach zu schliessen, geht es im 10- bis 12-minütigen Streifen nicht gerade friedlich zu und her? «Genau. Es fliesst Blut! Ein Mann wacht auf der Brücke auf und muss für sich herausfinden, was da abgegangen ist. Rückblickend stellt er fest, dass unschöne Sachen passiert sind. Das Ganze ist recht mysteriös.» Wie Maurus Held weiter verrät, hat der Thriller nichts mit Furna oder der Brücke selbst zu tun, auch wenn sich die wichtigsten Szenen hier abspielen. «Für die Ronentobelbrücke haben wir uns aus ästhetischen Gründen entschieden. Sie ist einfach schön fürs Auge. Die Landschaft, die Berge, der Bach, das ist einfach wunderbar inszeniert.» Hinzu komme, dass ihn seit Kindertagen vieles mit dem Dorf und insbesondere mit dieser Brücke verbinde, so der in Hitzkirch (LU) wohnhafte Bachelor-Student, dessen Familie im Hinterberg ein Ferienhaus besitzt. «Mit meiner Familie und auch mit unserem leider bereits verstorbenen Nachbarn Vältin Disch habe ich immer wieder Spaziergänge über die Brücke gemacht.» In besagtem Chalet finden denn auch weitere Szenen statt. «Bis nach 22 Uhr haben wir am Freitag im Keller gedreht, morgens standen die ersten um 7.15 Uhr auf der Brücke. Wir arbeiten praktisch drei Tage ohne Freizeit», berichtet Produktionsleiter David Indumi. «Von dem, was wir am Set an einem Tag abdrehen, werden am Ende drei bis vier Minuten Film zu sehen sein.» Insgesamt stehen vier Schauspieler – alles freiwillige Laiendarsteller – vor der Kamera. Das ganze Produktionsteam, welches sich mehrheitlich aus Studenten der FHGR zusammensetzt, umfasst 13 Leute, was logistisch in dieser Zeit auch nicht ohne ist.

 

Ziel der Arbeit

Mit dem Kurz-Spielfilm möchten die Bachelorstudenten einen Beitrag zur Kulturlandschaft Graubündens beitragen. «Es ist schon unser Anspruch, dass er am Ende so gut wird, dass wir uns getrauen, ihn an schweizerischen wie auch an internationalen Filmfestivals zu zeigen», meint Maurus Held. «Wir hoffen, dass wir stolz sein können auf das, was wir schaffen, und wenn viele es cool finden, dann ist das umso schöner!» 

hw