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Gesundheit
17.12.2020
17.12.2020 09:43 Uhr

200 Jahre Bündner Ärzteverein – zwischen ärztlicher Heilkunst und digitaler Revolution

Am 18. Dezember 1820 war es soweit. Unter dem Vorsitz von Dr. Paul Eblin wurde in Chur der Bündner Ärzteverein gegründet. Und zu seinem 200-Jahr-Jubiläum hat der Verein ein Buch publiziert, das sich mit der Entwicklung des Gesundheitswesens der vergangenen 50 Jahre im peripher gelegenen Gebirgskanton Graubünden fokussiert.

«Zum drittenmale, hochzuehrende Herren, teuerste Kollegen, heisse ich Sie heute willkommen an dieser Stätte! Zahlreicher als je ist unsere heutige Versammlung. Wahrlich ein erfreuliches Ereigniss ist es, das gesammte ärztliche Personale Graubündens und der nächst angrenzenden Gegenden zu einem gemeinsamen Zwecke versammelt zu sehen – zu einem Zwecke, einzig hervorgegangen aus Liebe zur Wissenschaft und zum leidenden Menschen!» Mit diesen Worten begrüsste der Churer Arzt Paul Eblin laut der «Verfassung der Gesellschaft der Ärzte des Kantons Graubünden» die Anwesenden Herren – und es waren damals nur Herren – Ärzte zur Gründungsversammlung des Bündner Ärztevereins.

Bereits 1814 wurde ein erster Versuch einer Vereinsgründung unternommen, der aber scheiterte. «Noch schien aber der Sinn im Allgemeinen dazu nicht reif», wie Eblin festhielt. Heute ist der Bündner Ärzteverein eine feste Institution im Gesundheitswesen des Kantons. Und selbstverständlich gehören jetzt auch Ärztinnen dazu, sie stellen sogar fast die Hälfte des Vereinsvorstands.

Das Buch zum Jubiläum

Wie viele andere Institutionen und Veranstaltungen auch, hat das Coronavirus dem Bündner Ärzteverein einen Strich durch die Planungen für das Jubiläumsjahr gemacht. So musste der Jubiläumsanlass in Davos auf nächstes Jahr verschoben werden. Auch die Wanderausstellung zum Jubiläum, welche in allen Spitälern des Kantons Graubünden gezeigt worden wäre, musste aufgrund der besonderen Situation verschoben werden.

Erschienen ist dafür das Jubiläumsbuch «200 Jahre Bündner Ärzteverein – Menschen, Praxen und Spitäler». Das umfangreiche Werk gibt einen interessanten Einblick in die Geschichte des Bündner Gesundheitswesens. Dabei fokussiert sich das 78-köpfige Autorenteam auf die Entwicklung der vergangenen 50 Jahre (1970 bis 2020) und auf den peripher gelegenen Gebirgskanton Graubünden.

Das Autorenteam analysiert und reflektiert dabei in acht Kapiteln den Spannungsbogen zwischen ärztlicher Heilkunst und digitaler Revolution. Denn während der Bündner Ärzteverein sein 200-jähriges Bestehen feiert, ist das Gesundheitswesen geprägt von einem ökonomisch und technologisch getriebenen Strukturwandel. Die fortschreitende Ökonomisierung, technische Innovationen und regulatorische Eingriffe, aber auch neuartige, von Dr. Google und Co. verursachte Nebenwirkungen, bürden der Ärzteschaft Herausforderungen auf, die sie selbst kaum lösen kann.

https://www.buendneraerzteverein.ch/de/home/home.htm

pd