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21.12.2020

57 Prozent wollen sich nicht (sofort) impfen lassen

Obwohl die Mehrheit der befragten Personen bei der Umfrage dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) in der Sache vertraut, wollen sich 57 Prozent nicht (sofort) impfen lassen. Bild: zVg
Eine repräsentative Umfrage von Marketagent.com Schweiz hat ergeben, dass sich eine Mehrheit (57%) nicht so rasch wie möglich impfen lassen will.

Seit Samstag ist in der Schweiz der erste Impfstoff gegen Corona zugelassen. Das zertifizierte Meinungsforschungsinstitut Marketagent.com Schweiz hat die Umfrage zwischen dem 4. und 14. Dezember 2020 durchgeführt und dabei 1'000 Personen zwischen 14 und 74 Jahren in der Deutsch- und Westschweiz unter anderem zum Thema Impfen, dem «Schweizer Weg» und einem Corona-Test mit Blick auf Weihnachten befragt.

Ja, aber bitte erst die anderen

Auf der einen Seite herrscht Vertrauen. So geht eine deutliche Mehrheit davon aus, dass der Impfstoff Schutz bieten (62%) und sicher sein wird (57%). 63 Prozent vertrauen zudem darauf, dass das BAG in der Bereitstellung eines Impfstoffes die richtigen Entscheide treffen wird. Dennoch will sich eine Mehrheit (57%) nicht so rasch wie möglich impfen lassen.

«Hinter diesem Widerspruch dürfte stecken, dass die Hoffnung gross ist, dass eine möglich breite Durchimpfung der Bevölkerung zu mehr Normalität führen wird. Aber: Man gibt dabei quasi lieber den anderen den Vortritt. Das macht es natürlich schwierig, das Ziel zu mehr Normalität durch Impfen zu erreichen», erläutert Martina Staub von Marketagent.com Schweiz.

Zu wenig Erfahrung mit Impfstoff

Hinzu kommt die Skepsis gegenüber einem Corona-Impfstoff im Speziellen. Der Aussage «Ich befürworte Impfungen grundsätzlich, aber im Fall von Corona würde ich mich nicht impfen lassen, weil wir zu wenig Erfahrung mit diesem Impfstoff haben» stimmt eine Mehrheit zu (53%). Dabei bejahen Frauen dies signifikant häufiger als Männer.

Corona-Kritiker hintenanstehen?

Für klar unterschiedliche Meinungen sorgt die Aussage, dass Personen, die sich gegen Corona-Massnahmen aussprechen, nachrangig behandelt werden sollten (sollten sie ernsthaft am Virus erkranken, es aber an Intensivpflegeplätzen mangelt). 44 Prozent stimmen dem zu, 43 Prozent lehnen dies ab. Bei den Männern fällt die Zustimmung dabei signifikant höher aus als bei den Frauen (50% bzw. 38%).

Dass Unternehmen wie Airlines nur Personen akzeptieren sollen, die sich impfen haben lassen, befürworten 43 Prozent, während dies 49 Prozent ablehnen – auch hier sind die Lager zweigeteilt.

Impfzwang im Gesundheitswesen

Dass für Personen, die im Gesundheitswesen, Impfzwang gelten soll, sorgt ebenfalls für auseinandergehende Meinungen (Zustimmung von 44% vs. Ablehnung von 49%).

Einigkeit herrscht hingegen wenig überraschend, wer prioritär geimpft werden soll. So stimmen 81 Prozent zu, dass Risikogruppen zuerst geimpft werden sollten. Dies steht im Einklang mit dem jüngst publizierten Impfprogramm des Bundes.

«Schweizer Weg» weniger gut

Auch wird der «Schweizer Weg» in der zweiten Welle im Vergleich zu dem der Nachbarländer Deutschland und Österreich als eher weniger gut beurteilt. Allerdings kreuzten hier mehr als ein Viertel (Vergleich Schweiz-Deutschland) die Antwort «weiss nicht» an bzw. 30 Prozent beim Vergleich Schweiz-Österreich.

«Erst testen, dann festen»?

Die Umfrage hat nicht nur gezeigt, wie die Befragten zum Thema Impfen stehen, sondern mit Blick auf Weihnachten auch, was sie von einer selbst auferlegten Miniquarantäne oder einem Corona-Test im Vorfeld der Festtage halten. Die Antwort ist deutlich.

Eine Selbstquarantäne lehnt eine klare Mehrheit ab (70%). Noch deutlicher fällt das Nein aus, ob die Befragten sich vor dem weihnachtlichen Beisammensein sicherheitshalber testen lassen wollen (88% antworteten «Nein, sicher nicht» oder «Nein, eher nicht»). Dabei geben Frauen signifikant häufiger an als Männer, sich nicht testen zu wollen («Nein, sicher nicht» sagen 59% der Frauen bzw. 51% der Männer).

Unterschiede bei Altersgruppen

Signifikant sind auch die Unterschiede zwischen den Altersgruppen («Nein, sicher nicht» sagen 58% der 50- bis 74- Jährigen und 56% der 30- bis 49-Jährigen, aber nur 42% der 14- bis 29-Jährigen).

Marketagent.com Schweiz