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Kanton
05.01.2021
05.01.2021 16:09 Uhr

Erste Corona-Impfung in Graubünden ist erfolgt

Bild: zVg
Am 4. Januar 2021 wurde die ersten Corona-Impfung im Kanton verabreicht. Mobile Impfequipen impfen fortan Bewohnerinnen und Bewohner der Alters- und Pflegeheime in Graubünden. Impfungen für weitere Bevölkerungsgruppen werden voraussichtlich ab der zweiten Januarhälfte möglich sein. Für grosse Impfaktionen ist weiter Geduld gefragt, da die Kantone auf die Lieferungen der Hersteller und des Bundes keinen Einfluss haben.

Die ersten Impfdosen trafen kurz vor Mittag in Chur ein und wurden von einer mobilen Impfequipe entgegengenommen. Die erste Impfung wurde am Nachmittag des 4. Januar 2021 einer Bewohnerin in einem Alters- und Pflegeheim in Chur verabreicht. Insgesamt wurden am Montagnachmittag 25 Bewohnerinnen und Bewohner der Institution sowie 5 Gesundheitsfachpersonen geimpft. Damit ist der Impfstart in Graubünden wie geplant erfolgt.

Mobile Impfequipen in den Heimen

Zwei mobile Impfequipen sind nun im gesamten Kanton unterwegs, um die Bewohnerinnen und Bewohner sowie das Personal der Alters- und Pflegeheime zu impfen. Die Reihenfolge wird dabei in Rücksprache mit den Alters- und Pflegeheimen bestimmt, nachdem diese jeweils für ihren Betrieb das Bedürfnis nach Impfungen eruiert haben. Aufgrund der limitierten Verfügbarkeit des Impfstoffs werden zurzeit besonders gefährdete Personen über 75 Jahre, bzw. Bewohnerinnen und Bewohner von Alters- und Pflegeheimen, das Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen zu Beginn der Impfaktion geimpft.

Pro Person dauert die freiwillige Impfung inklusive Impfberatung durch die Ärztin/den Arzt sowie einer Ruhezeit von 30 Minuten insgesamt rund 45 Minuten. Eine mobile Equipe besteht jeweils aus einer Ärztin/einem Arzt, einer Medizinischen Praxisassistentin/einem Medizinischen Praxisassistenten, einer Apothekerin/einem Apotheker, einer Administrationsperson sowie einer Fahrerin/einem Fahrer.

Hoher logistischer Aufwand

Die Corona-Impfung stellt in Bezug auf Transport, Lagerung und Verabreichung komplexe Anforderungen; Der Impfstoff wird durch die Armee bei minus 80 Grad an einen Logistiker geliefert. Bei Kühlschranktemperatur ist der Impfstoff Comirnaty® von Pfizer/BioNTech lediglich 120 Stunden haltbar. Wurden die Impfdosen einmal dem Kühlschrank entnommen, müssen sie binnen 6 Stunden verabreicht werden. Pro Impf-Ampulle können fünf Personen geimpft werden. Aufgrund der hohen Komplexität ist zurzeit eine Impfung bei der Hausärztin / dem Hausarzt oder bei der Apothekerin / dem Apotheker nicht möglich.

Derzeit stehen für 1300 Personen Impfdosen bereit. Bis Ende März sind dem Kanton Graubünden vom Bund insgesamt rund 27 000 Dosen des Impfstoffs von Pfizer/Biontech zugesagt. Bis Ende Februar sollten zudem rund 23 000 Dosen des Impfstoffs von Moderna durch den Bund an Graubünden ausgeliefert werden. Dieser Impfstoff ist einfacher zu handhaben, jedoch derzeit von SwissMedic noch nicht zugelassen. Auf den Zulassungsentscheid hat der Kanton keinen Einfluss. Im Idealfall stehen dem Kanton nach heutigem Kenntnisstand bis Ende März für 25 000 Personen Impfstoffe zur Verfügung. Diese Angaben können je nach Situation beim Produzenten oder beim Bund jederzeit wieder ändern. Deshalb appelliert der Kanton Graubünden an die Geduld der Bevölkerung und das weitere strikte Einhalten aller Verhaltensregeln.

Impf- und Testzentren

In der zweiten Januarhälfte werden neun Impf- und Testzentren in Betrieb genommen, die den weiteren Bevölkerungsgruppen eine Impfung ermöglichen, sobald vom Bund wesentlich mehr Impfdosen als bisher zugesagt geliefert werden. Aufgrund der hohen Anforderungen an die Lagerung des Impfstoffs Pfizer/BioNTech werden die Impfungen dieses Impfstoffs in den grösseren Regionalspitälern (Davos, Ilanz, Poschiavo, Schiers, Scuol, Thusis) erfolgen. Geplant sind zudem Impfzentren in der Moesa, in Chur und in St. Moritz. Aufgrund der limitierten Verfügbarkeit des Impfstoffs ist davon auszugehen, dass grossflächige Impfungen erst ab April stattfinden können. Im Vordergrund stehen deshalb vorerst Personen ab 75 Jahren mit chronischen Krankheiten mit höchstem Risiko. Danach folgen: Personen zwischen 65 bis 74 Jahren, Personen unter 65 Jahren und Personen mit chronischen Krankheiten, die noch nicht geimpft wurden. Die Voranmeldung zur Impfung für diese Bevölkerungsgruppen wird zum gegebenen Zeitpunkt elektronisch über eine schweizweite Plattform erfolgen, entweder durch selbständige Online-Registration oder über eine vom Kanton betriebene telefonische Hotline.

Nach der Voranmeldung erhalten Personen, die sich impfen wollen, ihre Impftermine je nach Verfügbarkeit des Impfstoffs. Diese werden nach den Kriterien des BAG (Vorerkrankungen, Altersgruppen) vergeben. Sobald die Voranmeldung möglich ist, werden die genauen Informationen dazu auf der Homepage des Kantons (www.gr.ch/coronavirus) publiziert.

Um die nach wie vor in der ganzen Schweiz viel zu hohen Fallzahlen drücken zu können, werden in den Impf- und Testzentren deshalb die Testkapazitäten massiv erhöht. Bei den Flächentests Mitte Dezember 2020 hat sich klar gezeigt, dass Testen neben der Einhaltung der allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln das probateste Mittel ist, um die Fallzahlen nachhaltig zu senken, bis Impfdosen in ausreichender Menge vorhanden sind. Zudem ist ein weiterer Ausbau der Testung in Betrieben und Unternehmungen in Planung.

pd