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Auto & Mobil
06.01.2021

Sind Sie für den Schnee gerüstet?

Auf geschlossener Schneefahrbahn nur mit geeigneten Winterreifen (Symbolbild: kapo.sg.ch)
Auf geschlossener Schneefahrbahn nur mit geeigneten Winterreifen (Symbolbild: kapo.sg.ch) Bild: kapo.sg
Irgendwann werden auch in diesem Winter Strassen mit Schnee bedeckt sein. Sind Sie mit Ihrem PKW für diesen Fall gerüstet?

Wer im Winter sicher auf den Strassen unterwegs sein will, sollte sich und sein Fahrzeug dementsprechend vorbereiten. Das Auto muss für den Winter gerüstet werden und die Fahrweise ist den Umständen anzupassen. Doch was heisst das genau? Die Kantonspolizei St.Gallen erklärt in ihrem Ratgeber, worauf in der kalten Jahreszeit geachtet werden muss und wie auch Fussgänger und Velofahrer besser auf sich aufmerksam machen können.

Reifenwechsel

Bei Winterreifen gilt bekanntlich die Faustregel «Von O bis O»; von Oktober bis Ostern. Während dieser Zeit sollten die Winterreifen am Fahrzeug montiert sein. Dabei handelt es sich um eine Empfehlung, denn bei der Entscheidung für den Reifenwechsel sollte man sich zusätzlich am aktuellen Wetter und den Temperaturen orientieren.

Mit Sommerreifen im Winter zu fahren kann sehr gefährlich sein. Aufgrund der kalten Temperaturen können die Reifen steif und brüchig werden und dadurch den Grip verlieren. Auf schneebedeckten oder vereisten Strassen werden die Bremswege ausserdem um einiges länger.

Achtung! Bei Fahrten ins benachbarten Österreich gilt die «situative Winterreifenpflicht». Das heisst, dass ab dem 1. November eines jeden Jahres, bei Schneefall oder Fahrbahnglätte zwingend Winterreifen (M&S) mit einer Profiltiefe von mindestens 0,4 Millimeter montiert sein müssen. Sonst ist Bussgeld fällig.

Profiltiefe

Allgemein gilt in der Schweiz, dass Reifen eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern aufweisen müssen. Experten empfehlen aber, Winterreifen schon deutlich früher (bei vier Millimetern) zu wechseln. Grundsätzlich gilt: Je tiefer das Reifenprofil, desto besser der Grip. Die Profiltiefe soll daher regelmässig gemessen werden. Das können Sie selbst tun: Dazu benötigen Sie lediglich einen Zweifränkler, den Sie in eine Rille des Reifens stecken. Ist der Sockel der Helvetia nicht mehr sichtbar, beträgt die Profiltiefe ungefähr vier Millimeter und ist daher noch genügend. Diesen Test sollten Sie an mehreren Stellen wiederholen, da die Profilrillen nicht überall gleich abgefahren sind.

Weiter spielt auch das Alter eines Reifens eine erhebliche Rolle: Ein zehnjähriger Reifen, welcher vier Millimeter Profiltiefe besitzt, weist trotzdem nicht mehr dieselben Haftungseigenschaften auf wie ein neues Exemplar. Reifenhersteller empfehlen daher, einen Reifen nach drei bis vier Jahren unabhängig von der Profiltiefe zu ersetzen. Das Produktionsdatum kann jeweils ab der Seitenwand eines Reifens abgelesen werden.

Die Bremswege werden länger

Winterpneus mit zu geringer Profiltiefe oder alte, spröde Reifen können verheerende Fol-gen haben: Bremswege werden länger und die Bodenhaftung wird minimiert. Mehr zum Thema Reifen und Profil finden Sie im Ratgeber Winterreifen.

Vorbereitung des Fahrzeugs

Mit den richtigen Reifen und einer genügenden Profiltiefe legen Sie den Grundstein für eine sichere Fahrt. Aber Sie sollten beachten, dass es vor der Fahrt noch weitere Dinge zu berücksichtigen gilt. So müssen Fahrzeuge beispielsweise stets von Schnee befreit werden. Dazu gehört neben den Lichteinheiten und der Motorhaube auch das Fahrzeugdach, denn bei Bremsmanövern oder schneller Fahrt kann loser Schnee oder Eis vom Dach rutschen und die Sicht blockieren. Speziell bei LKWs oder deren Anhängern können sich auf den Dächern Eisplatten bilden. Sollten sich diese während der Fahrt lösen, kann es für die übrigen Verkehrsteilnehmenden zu gefährlichen Situationen kommen.

Unerlässlich ist natürlich das Enteisen der Scheiben: Vor der Fahrt müssen zumindest die vereiste Front- und die vorderen Seitenscheiben freigekratzt werden. Auf das Enteisen der hinteren Seiten- sowies der Heckscheibe kann verzichtet werden, wenn zwei Aussenspiegel vorhanden sind, die nicht beschlagen oder vereist sind und damit die Sicht nach hinten ermöglichen.

Fahrweise mit angepasster Geschwindigkeit

Mit der korrekten Fahrweise tragen Sie zusätzlich erheblich zur Verkehrssicherheit bei. Dazu gehört, dass die Geschwindigkeit den Verhältnissen angepasst wird, denn die Höchstgeschwindigkeiten gelten nicht uneingeschränkt. Das bedeutet konkret, dass die Verkehrsteilnehmer nur so schnell fahren dürfen, dass sie innerhalb der überblickbaren Strecke anhalten können. Ausserdem muss mehr Abstand bewahrt und der längere Bremsweg bedacht werden.

Sichtbarkeit durch auffällige Kleidung

Fussgängerinnen und Fussgänger sowie Velofahrerinnen und Velofahrer sind in der dunklen Jahreszeit besonders gefährdet. Durch auffällige Kleidung oder Reflektoren können sie das Risiko vermindern, übersehen zu werden. Besonders Kinder sollten in auffälligen und grellen Farben gekleidet werden. Unabhängig von der Jahreszeit müssen Velos mit Vorder- und Rücklicht ausgestattet sein, sobald es dunkel ist.

Autofahrerinnen und Autofahrer sowie Verkehrsteilnehmende mit anderen motorisierten Fahrzeugen können zur Sicherheit der schwächeren Verkehrsteilnehmer beitragen, indem sie Sichtbeeinträchtigungen vermeiden und besonders in den Bereichen von Fussgängerstreifen bremsbereit sind. Ausserdem müssen die Abblendlichter in der Dunkelheit und bei schlechten Sichtverhältnissen eingeschaltet werden. Kurz gesagt: Mit einer korrekten Beleuchtung kann die Sichtbarkeit für alle Verkehrsteilnehmenden gerade bei schlechten Sichtverhältnissen massiv verbessert werden.

Ausserdem wichtig zu wissen:
• Schuhsohlen sollten sauber und trocken sein. So kann vermieden werden, dass Sie von den Pedalen rutschen;
• Winterjacken sollten im Auto ausgezogen werden, denn dicke Kleidung unter dem Gurt schränkt dessen Funktion ein;
• Untertouriges Fahren verbessert die Strassenhaftung bei Schnee und Glätte. Schalten Sie also früher als gewohnt in den nächsthöheren Gang.



kapo/gmh/uh