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Kanton
04.02.2021

Weichenstellungen bei der kantonalen Sprachenförderung

Bild: drucki
"Stärke in der Vielfalt" ist das Motto im Regierungsprogramm 2021–24 in den Bereichen Sprache und Kultur. Erste diesbezügliche Weichenstellungen in der Sprachenförderung umfassen die Ansiedlung der Koordinationsstelle "Mehrsprachige Verwaltung" als Stabsstelle beim Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement (EKUD), das Aufzeigen konkreter Massnahmenvorschläge zur Stärkung der Mehrsprachigkeit sowie die Umsetzung erster Massnahmen.

Mit den erarbeiteten Massnahmenvorschlägen sieht der Kanton vor, die Bedürfnisse der verschiedenen kantonalen Sprachgruppen stärker zu berücksichtigen sowie in seinem Aufgabenbereich eine aktive Rolle einzunehmen. Eine wichtige Aufgabe in der Förderung der kantonalen Minderheitensprachen kommt nach wie vor den Sprachorganisationen zu.

Koordinationsstelle «Mehrsprachige Verwaltung»
Die Regierung hat beschlossen, eine neue Koordinationsstelle «Mehrsprachige Verwaltung» zu schaffen. Diese soll als Stabsstelle beim Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement (EKUD) angesiedelt werden. Die Koordinationsstelle soll die Dienststellen der Kantonalen Verwaltung bei der Umsetzung der Vorgaben gemäss Sprachengesetzgebung unterstützen aber auch kantonsexterne Akteure, wie zum Beispiel Gemeinden, bei Fragen im Zusammenhang mit der Umsetzung des Sprachengesetzes beraten. Sodann soll sie weitere Massnahmenvorschläge auf ihre Umsetzbarkeit hin prüfen und der Regierung Vorschläge unterbreiten sowie weitere Massnahmen entwickeln mit dem Ziel, der Mehrsprachigkeit mehr Präsenz zu verleihen.

Massnahmenvorschläge zur Sprachenförderung im Kanton Graubünden
Es wurden rund 80 konkrete Massnahmenvorschläge erarbeitet. Diese bilden als umfassende und breit abgestützte Ideensammlung ein wichtiges Arbeitsinstrument für die weitere Planung im Bereich Sprachenförderung. Der erste Teil richtet sich an die kantonalen Dienststellen; in einem zweiten Teil folgen Massnahmen, welche den einzelnen Sprachorganisationen sowie weiteren verwaltungsexternen Institutionen zugeordnet sind. Zahlreiche Massnahmen sollen in die Leistungsvereinbarungen mit den Sprachorganisationen einfliessen, welche im 2021 erneuert werden sollen. Gleichzeitig wurden Dienststellen mit der Umsetzung erster Massnahmen beauftragt.

Erarbeitet wurden die Massnahmenvorschläge in einer ersten Phase von einer dafür eingesetzten Arbeitsgruppe mit Vertretungen aus verschiedenen Dienststellen und der Standeskanzlei. Mit der Leitung dieser Arbeitsgruppe hat das EKUD die Firma Input Consulting AG, Bern/Zürich, beauftragt. Das Unternehmen hat unter anderem bereits die Realisierung eines Berichts über die Zweisprachigkeit im Kanton Bern begleitet. Danach wurden zusätzlich die Sprachorganisationen Lia Rumantscha und Pro Grigioni Italiano sowie die Fundaziun Medias Rumantschas und weitere verwaltungsexterne Institutionen beigezogen.

pd