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Jenaz
10.02.2021

Chris Bluemoon veröffentlicht «Buuchgfühl»

Der Jenazer Chris Bluemoon präsentierte am Freitag sein viertes Soloalbum «Buuchgfühl». (Foto: zVg) Bild: zVg
Am letzten Freitag erschien das Album «Buuchgfühl» des Mundartrappers Chris Bluemoon. Das Boom Bap-Werk, welches während der Pandemie aufgenommen wurde, ist das inzwischen vierte Soloalbum des Jenazers, der mit bürgerlichem Namen Christian Imhof heisst.

«Die Idee, ein Album nur mit Beats von Toni White zu machen, hatte ich schon vor einigen Jahren», erklärt Chris Bluemoon gegenüber dem P&H. «Doch erst im vergangenen Jahr habe ich ihn gebeten, mir einen Ordner mit allen Skizzen zu mailen.» Dann ging alles ganz schnell. «Als ich reingehört habe in die leicht angestaubten Perlen, sah ich schon das ganze Album vor mir. Innerhalb von wenigen Monaten schrieb ich die zwölf Songs und nahm sie auf, als sie sich noch so richtig frisch angefühlt haben. Ich wollte dabei die Freude, die ich bei den Aufnahmen hatte, und auch das Authentische der Sessions mit Lou Geniuz auf Band verewigen.»

Sozialkritische Töne

Trotz dieser Spontanität liess es sich der Prättigauer nicht nehmen, zu aktuellen Themen Stellung zu beziehen. So behandelt beispielsweise «2 Siita» die immer noch aktuelle Flüchtlingskrise, «Blaui Kugla» setzt sich mit dem Klimaschutz auseinander und «Zäma» thematisiert die «Black lives matter»-Bewegung und geht mit Fremdenfeindlichkeit hart ins Gericht. «Von all meinen Alben hält «Buuchgfühl» sicher am meisten Sozialkritik bereit. Im vergangenen Jahr sind so viele Dinge passiert, die mich bewegt haben. Ich hätte es als nicht richtig empfunden, in den aktuell stürmischen Zeiten bloss ein paar Liebeslieder ohne Tiefgang zu veröffentlichen», stellt der Prättigauer dazu fest.

Videoclips mit Botschaften

Bereits im November erschien der erste Videoclip zum Lied «Australia». Dieses spielt in einer Bar in Chur und soll daran erinnern, wie wichtig die Gastronomie für das Gemeinsame ist. «Die Pandemie hat das Leben von so vielen Menschen auf den Kopf gestellt. Mit der jazzigen Nummer wollte ich den Menschen Mut zusprechen und sie daran erinnern, dass es irgendwann schon wieder gut wird.» Beim Clip zum Lied «Für immer» hat Bluemoon zudem mit dem jungen Künstler Victor Lopes Zarra und seinem Vater Lou Zarra zusammengearbeitet. Entstanden ist ein Kurzfilm, bei dem der Newcomer gezeigt wird, wie er im Schnelldurchlauf ein Herzbild malt. Das Video soll aber nicht nur unterhalten, sondern auch zu kreativen Kollaborationen animieren. Ebenfalls durch diese Machermentalität entstand der gemeinsame Song mit dem Churer Sprechgesangskünstler Herbert Lüthi aka Little Hörby. «Seine Begeisterung für die Musik hat mich total motiviert und es ehrt mich extrem, da so einen Rohdiamanten entdeckt zu haben», so Bluemoon, der bereits in der Produktion seines nächsten Albums steckt. Das Soloalbum «Ziitlos» soll ebenfalls auch noch in diesem Jahr veröffentlicht werden. Dieses passe stilistisch dann aber eher in die «Après-Ski»-Schiene, lässt der Prättigauer durchblicken. Weitere Infos und Links zu den Songs und Bezugsquellen: www.chrisbluemoon.ch

M. Schnell / pd