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Mit konkretem Plan in die Energiezukunft

Auf dem Bild sind schön die Unterschiede zwischen den LED-Beleuchtungen von Igis (Landquart) im Vergleich mit dem angrenzenden Zizers zu sehen. Bild: M. Schnell
Die Gemeinde Landquart ist einer klimaschonenden Energiezukunft einen wichtigen Schritt näher. Mit dem neu beschlossenen Energierichtplan hat die Gemeinde den Grundstein für die Dekarbonisierung der Gebäude gelegt. Der Energierichtplan regelt den Betrieb des Gasnetzes, die Nutzung von lokalen, erneuerbaren Energien und beinhaltet eine Reihe von konkret umsetzbaren Massnahmen.

Als eine der ersten Gemeinden der Schweiz hat Landquart im Frühjahr 2020 die Energie- und Klima-Charta der Städte und Gemeinden ratifiziert. Darin beschliesst sie eine 100 Prozent erneuerbare Energieversorgung (Strom, Wärme, Kälte, Mobilität und Prozessenergie) bis spätestens 2050, sowie die möglichst effiziente Nutzung von Energie. Mit dem neu ausgearbeiteten und im Herbst 2020 vom Gemeindevorstand beschlossenen Energierichtplan kommt die Gemeinde Landquart diesen Zielen einen wichtigen Schritt näher. Der kommunale Richtplan regelt und organisiert die Energieversorgung auf dem ganzen Gemeindegebiet. Mit einem Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren koordiniert der Energierichtplan den Betrieb des Gasnetzes, den Ausbau der Fernwärme und die Nutzung von lokalen Energieträgern.

Prioritätsgebiete

Mit Blick auf das vorhandene Energiepotential wurde für verschiedene Gebiete in der Gemeinde die zu priorisierende Nutzung von Energieträgern definiert – sogenannte Prioritätsgebiete. So wurde zum Beispiel im Gebiet des Ziegelgutes und dem Industrieareal, wo grössere Wohn- und Betriebsgebäude stehen und bereits Anfänge eines grösseres Fernwärmenetzes bestehen, ein Prioritätsgebiet für die Nutzung von Abwärme aus der Kehrichtverbrennungsanlage beschlossen. Die Prioritätsgebiete sind für die behördlichen Gebäude verbindlich, für Private eine Empfehlung. Die für die Entwicklung zuständige Begleitgruppe hat stets ein grosses Augenmerk auf die Umsetzbarkeit des Energierichtplanes gelegt. «Der Plan soll nicht in der Schublade verschwinden, sondern einen echten Fortschritt in der täglichen Umsetzung der Energiepolitik bringen.» so der zuständige Gemeindevorstand Aldo Danuser. Dazu wurden auch verschiedene konkrete Massnahmen ausgearbeitet, um die beschlossenen Prioritätsgebiete zu konkretisieren und bestmöglich umzusetzen. Eine Massnahme, bei welcher die Gemeinde all ihre Gebäude auf ihr Solarstrompotenzial prüft, wurde bereits im Januar 2021 angestossen. Weitere beschlossene Massnahmen können dem Richtplan-Text entnommen werden.

Noch viele Ölheizungen

Ende 2018 wurden noch rund 70 Prozent der Heizungen in Landquart entweder mit Öl oder Gas betrieben. Für die Dekarbonisierung des Energieverbrauches der Gebäude setzt die Gemeinde auf die Nutzung von lokal vorhandenen, erneuerbaren Energien. Wärmepumpen, Fernwärme und Holzheizungen sollen fossil betriebene Gas- und Öl-Kessel ersetzen. Mit der Sanierung von Gebäuden werden der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen generell gesenkt. Das gemeindeeigene Gasnetz soll nicht weiter ausgebaut und dessen Betrieb in den Peripheriegebieten noch bis maximal 2040 gewährleistet werden. Mit dem Ausbau der Fernwärme und der starken Förderung von Sanierungen und Wärmepumpen will man aber schon vorher den Energiebezug ab dem Gasnetz und aus den Heizöltanks drastisch reduzieren. Das Fernwärmenetz und die dezentralen Heizungen sollen durch Kleinwärmeverbunde, gespeist durch grössere Grundwasserwärmepumpen, ergänzt werden.
Die Gemeinde hat zum Ziel sich im Rahmen ihrer Zuständigkeiten für eine ausreichende, breit gefächerte, sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung einzusetzen. Die Umsetzung der Energierichtplanung soll zu einem stetig gesteigerten Nutzungsanteil der erneuerbaren Energien und der Abwärme führen. Die Gemeinde Landquart unterstützt dadurch die Nutzung von lokalen und regionalen Ressourcen und Energieträgern. Damit werden lokal Arbeitsplätze geschaffen, die Wirtschaft vor Ort gefördert und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen vermindert. «Der Energierichtplan ist auf die aktuelle Situation angepasst und auf die künftigen Bedürfnisse der Bevölkerung zugeschnitten. Mit dem nötigen Augenmass wurde für jedes Gebiet die passende erneuerbare Energieversorgung ausgesucht.» fasst Danuser die Umsetzung dieser Ziele im Energierichtplan zusammen.

pd