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Frauenverein richtet im Wäschhüsli «EssBar» ein

Es ist vollbracht: Die EssBar im historischen Wäschhüsli kann ihre Tore öffnen. Bild: H. Wyss / zVg
Im historischen Wäschhüsli im Dorfkern Igis hat der Frauenverein Igis am Montag seine erste «EssBar» eröffnet. Die zweite folgt in einem Monat im Werkhof Landquart. Das Projekt will der Verschwendung von Lebensmitteln entgegenwirken.

Rund ein Drittel unserer Lebensmittel – zwei Millionen Tonnen pro Jahr – gehen zwischen dem Anbaufeld und dem Teller verloren. Dieser Verschwendung, welche weitreichende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich zieht, will der Frauenverein Igis (FVI) mit der Einrichtung je einer «EssBar» an den Standorten Igis und Landquart entgegenwirken. Jene im alt-ehrwürdigen Wäschhüsli beim ehemaligen Landwirtschaftsbetrieb Dolf an der Kreuzung Stückliweg/Obergasse hat am 1. März die Pforten geöffnet. «In unseren EssBars werden Lebensmittel zum kostenlosen Abholen bereitgestellt, welche von den Läden und Grossverteilern nicht mehr verkauft werden können und deshalb im Kübel landen würden», so Vereinspräsidentin Katharina Hausmann-Hoppeler. «Bei diesen Lebensmitteln ist das Verkaufsdatum abgelaufen, aber noch nicht das Verfallsdatum. Die Lebensmittelläden dürften diese Esswaren nur bis zum Verfall des Verkaufsdatums anbieten. Danach müssen sie diese entsorgen, obwohl sie noch einwandfrei und ‹essbar› sind.»

Und hier kommt der FVI ins Spiel. «In Zusammenarbeit mit Grossverteilern wie beispielsweise Aldi und einigen mehr, dürfen wir die Esswaren mit abgelaufenem Verkaufsdatum abholen. Diese machen wir dann in unseren EssBars parat, wo sie bis zum Verfall des Ablaufdatums für die Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung stehen», erklärt Ursina Nützi, Projektleiterin EssBar. «Werden die Lebensmittel bis zum Verfall des Ablaufdatums auch bei uns nicht abgeholt, müssen auch wir sie dann entsorgen. Natürlich hoffen wir, dass viele Dorfbewohner sich bedienen und Reste verwerten.»

Für alle da

Der FVI setzt das Projekt EssBar eigenständig nach dem Konzept «RestEssBar Schweiz» um. «Die EssBar ist für alle da, jeder und jede darf sich bedienen, egal ob arm oder reich. Hier geht es nicht darum, günstige Essen für Bedürftige anzubieten», betont die Projektleiterin. Dafür gebe es die Organisation «Tischlein deck dich», mit welcher der FVI ebenfalls zusammenarbeite.

In der EssBar wird mit Ausnahme von Fleisch und alkoholischen Getränken fast alles angeboten. Bild: H. Wyss / zVg

Motivierende Hilfe

Seit das Thema EssBar im letzten Dezember im FVI aufgegriffen wurde, ist von den anfänglichen Zoom-Meetings bis hin zur Eröffnung viel passiert. Bei der Standortsuche durfte das achtköpfige Planungsteam auf die Unterstützung der Gemeinde Landquart zählen. Die Projektgruppe ist froh, dass man das Wäschhüsli in Igis zumindest die nächsten zwei Jahre nutzen darf. Über Wochen wurde dieses auf Vordermann gebracht. Da wurde gespitzt, betoniert, geschliffen, poliert, gezäunt und geputzt. «Ohne Hilfe hätten wir es nie geschafft. Das ganze Dorf hat mitgeholfen», hält Ursina Nützi fest. «Peter Hoppeler hat sich unermüdlich im Wäschhüsli betätigt und unter anderem eine neue Wasserleitung erstellt. Swisspro hat uns kostenlos den Strom installiert, Kälte 3000 hat für beide Standorte die Kühlschränke gesponsert und Zingg Gartengestaltung Felsberg hat rund ums Wäschhüsli gewirkt. Ladina Gisep, Beba, war für alles Grafische besorgt und bei Annemarie Schumacher nebenan durften wir die passenden Möbel gleich selbst aussuchen.»

Bild: H. Wyss / zVg

Die Eröffnung der EssBar im Werkhof Landquart ist für den 1. April geplant, wobei die Werkgruppe der Gemeinde die Regale in der eigenen Schreinerei fertigstellt.
«Etwas Nachhaltiges auf die Beine zu stellen, das macht so viel Spass», sagt Katharina Hoppeler. Die Präsidentin des FVI hofft, dass die Schule auf den Zug aufspringt und den einen oder andern Tag mitmacht, wenn es darum geht, die Lebensmittel abzuholen und in der EssBar zu platzieren. Angeboten wird hier alles ausser Fleisch, Fisch und alkoholische Getränke. Die EssBar ist unter Einhaltung der Hygiene- und Gesundheitsstandards frei zugänglich. Dass man nur so viel Lebensmittel mitnimmt, wie man auch braucht, ist Ehrensache. Verpackungsmaterialien werden zuhause entsorgt. Wer sich an den Unkosten beteiligten möchte, kann dies gerne mit einer Spende tun. Freiwillige Helfer sind jederzeit willkommen. Weitere Informationen unter: www.fvigis.ch.

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H. Wyss