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Schiers
13.03.2021

Parlament tagt in Schiers

National- und Ständerat lobbyieren auf dem Schierser Bundesplatz. Bild: Foto: Y. Lin
In der Sonderwoche Ende Februar tauchten die 3. Klassen der EMS Schiers in das Thema Staatskunde ein. Die Schülerinnen und Schüler schlüpften in die Rollen von Partei mitgliedern, Parlamentarierinnen und Journalisten. Sie spielten die Entstehung eines Gesetzes nach und lernten auf praktische Weise das politische System der Schweiz kennen.

Nach Parteistärke im Parlament teilten sich die 3.-Klässlerinnen und 3.-Klässler auf die sechs grössten Parteien der Schweiz und ein Medienteam auf. Wegen Corona konnten die Lehrpersonen die Woche nicht wie in den letzten Jahren gestalten. Statt dem Besuch im Bundeshaus in Bern organisierten sie eine virtuelle Führung. An der Medienkonferenz und der Arena schalteten die Verantwort­lichen die Klassen virtuell zu.

Dasselbe galt für den Austausch mit den erwachsenen Vertreterinnen und Vertreter der Parteien. Normalerweise hätten diese die Schule besucht.

Aufgrund der aktuellen Pandemie beteiligten sich Mitglieder der Politik am Montag via Teams an den Parteisitzungen der Jugendlichen. Gemeinsam besprachen sie zwei Gesetzesvorschläge der Lehrpersonen und erarbeiteten einen eigenen Vorstoss. Der erste Gesetzesvorschlag der Lehrpersonen betrafen die Digitalsteuer. Diese forderte, dass Unternehmen wie Facebook, Google und Co. in der Schweiz höhere Steuern zahlen müssen. Der zweite Vorschlag befasste sich mit der Vergünstigung psychologischer Betreuung. Hierbei sollten Krankenkassen einen Teil der Kosten für psychologische Betreuung übernehmen. Die Berufspolitikerinnen und -politiker halfen den Jugendlichen, die Gesetzesartikel aus Parteisicht zu beurteilen und anzupassen. Zudem formulierte jede Partei einen eigenen Gesetzesvorstoss. Dazu drehten die Parteien ein Erklär- und Werbevideo. Anschliessend stimmten alle darüber ab, welcher Vorstoss in die Kommissionen weitergezogen werden sollte. Es gewann der Vorstoss der FDP. Sie forderte, die Mehrwertsteuer auf Damenhygieneprodukte abzuschaffen. In den Kommissionen sowie später im National- und Ständerat versuchten die Schüler und Schülerinnen aller Parteien, Kompromisse zu finden. An einer Pressekonferenz stellten sie sich den Fragen des Medienteams.

Schülerinnen der SVP malen ein Abstimmungsplakat. Bild: Foto: A. Taverna

«Bluten ist kein Luxus!»

Am Donnerstag stürzten sich die Parteien in den Abstimmungskampf. Alle Parteien hielten feurige Reden und gestalteten Abstimmungsplakate. «Bluten ist kein Luxus! Ja zur Senkung der Mehrwertsteuer auf Damenhygieneprodukte!» stand zum Beispiel auf dem Plakat der CVP. «Die Wirtschaft blutet aus! Nein zur Diskriminierung der Männer!» hielt die SVP dagegen.

Am Freitag plante und moderierte das Medienteam die «Arena». Für viele das Highlight der Woche. Ein Mitglied jeder Partei erhielt eine Einladung, um über die Mehrwertsteuer auf Damenhygieneprodukte zu debattieren. Die restlichen Schülerinnen und Schüler verfolgten die Diskussion in ihren Parteien virtuell. Sie brachten sich so aktiv in die «Arena» mit ein, dass die Gäste kaum zu Wort kamen. Denn das Interesse an Politik ist hoch bei den  3. Klassen des Gymnasiums der EMS Schiers. 60 Prozent der Jugendlichen gaben in einer Umfrage des Medienteams an, sich für Politik zu interessieren.

Zum Abschluss der Woche organisierte das Medienteam einen Rückblick mit einer Fotoschau und einem Kahoot-Quiz. Alle Schülerinnen und Schüler erhielten eine Ausgabe der kleinen Zeitung, die das Medienteam in der Woche geschrieben hatte, denn die Sonderwoche lieferte Stoff für über 30 Artikel.

Rebecca Häfeli, Schülerin der 3c EMS Schiers