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Trimmis
20.03.2021

Rüfen noch im Kopf der Bevölkerung

Der Trimmiser Gemeindepräsident Roman Hug erklärt das Sanierungsprojekt der Dorfrüfi. Bild: E.Felix
Die Dorfgeschichte von Trimmis ist mitgeprägt von Rüfen und deren Gefahren.

Die Dorfgeschichte von Trimmis ist mitgeprägt von Rüfen und deren Gefahren. Unwetter sorgen wahrscheinlich seit Menschengedenken für gefährliche Hochwassersituationen. Und mitten durchs Dorf führt, wie der Name sagt, die Trimmiser Dorfrüfi. Diese soll in den nächsten drei Jahren mit entsprechenden Verbauungen «gezähmt» und deren in die Jahre gekommenen Schutzbauwerke saniert werden.

Durchs Trimmiser Gemeindegebiet ziehen sich viele markante Rüfen. Die nördlichste – die Scheidrüfe zieht teilweise die Grenze zu Zizers. Die südlichste ist diejenige mit dem grössten Einzugsgebiet. Die Maschänser Rüfi wird nämlich von der Scalärarüfi und dem Hirschbach gespeist. Bekanntlich können die Rüfen bei extremen Niederschlägen innert kürzester Zeit ein gewaltiges Gefahrenpotenzial entwickeln. Gemeindepräsident Roman Hug erinnert sich noch gut an den 1. August 2018: «Ich weilte zwar auswärts als Gastredner anlässlich unseres Nationalfeiertages, doch die eindrücklichen Bilder von der Dorfrüfi, die durch ein Unwetter viel Geschiebe mit sich führte und fast über die Ufer trat, sind mir noch sehr präsent.» Zugespielt bekam sie der Gemeindepräsident von Bekannten, die unmittelbar an der Dorfrüfi wohnen. Im Internet auf FM1 YouTube (Stichwort Schlammlawine Trimmis) ist der Kurzfilm übrigens zu finden. Um folgenschwere Auswirkungen bei Hochwassersituationen in Zukunft zu verhindern, hat die Gemeinde Trimmis in enger Zusammenarbeit mit dem kantonalen Tiefbauamt ein Projekt ausgearbeitet, welches folgende Ziele beinhaltet: Das Geschiebe soll bei Hochwasser im Geschiebesammler der Dorfrüfi zurückgehalten werden. Auch Schwemmholz soll ebenfalls dort gestoppt werden. Ausserdem soll die sogenannte Verklausungs- und Ausbruchswahrscheinlichkeit bei der Brücke der Deutschen Strasse reduziert werden. Verbessert werden soll zudem das Längsgefälle in einzelnen Abschnitten. Damit kann das Risiko von Ausuferungen bei Wetterereignissen vermindert werden. Ferner soll durch die Instandsetzung und Sanierung der bestehenden Schutzbauten die Hochwassersicherheit insgesamt erhöht werden.

Aktuelle Gefahrenkarte der Dorfrüfi Trimmis. Bild: zVg

2,7 Millionen für drei Etappen

Für das ganze Projekt, welches in drei Etappen realisiert werden soll, wird mit einem Kostenaufwand von insgesamt 2,7 Millionen Franken gerechnet. Bund und Kanton beteiligen sich mit einem hohen Anteil an den Kosten. Für die Gemeinde Trimmis betragen die Restkosten knapp mehr als eine Mio. Franken. Nach dem Sommer 2021 soll die erste Etappe in Angriff genommen werden. Davor muss jedoch noch die Frage des Land­erwerbs geregelt werden. Weshalb Landerwerb von Privaten durch die Gemeinde notwendig wurde, erläuterte Gemeindepräsident Hug mit den Worten: «Schutzbauwerke auf Grundeigentum der Gemeinde müssen durch die Gemeinde unterhalten werden. Somit trägt sie in Zukunft auch die Kosten.» Noch gelte es letzte Einzelheiten zu klären, gibt sich Hug zuversichtlich. Im Extremfall könnte ein Grund­eigentümer, der sich weigert, Land an die Gemeinde abzutreten – gestützt auf das Wasserbaugesetz – sogar enteignet werden. Soweit wird es in Trimmis allerdings nicht kommen. «Wir haben von Beginn an mit den Beteiligten das Gespräch gesucht und offen informiert (zum Beispiel an der Orientierungsveranstaltung vom 20. Oktober 2020). Man spürt in den Gesprächen, dass das Thema Rüfen im Kopf der Bevölkerung präsent ist. Zudem haben wir jeweils die Situation mit den betroffenen Grundeigentümern vor Ort besichtigt. Meistens findet man so für beide Seiten akzeptable Lösungen», sagte Gemeindepräsident Hug. Dass mit diesem Bauvorhaben die Gemeinde Trimmis zu 100 Prozent vor den Schäden eines Rüfenniederganges bewahrt wird, kann nicht garantiert werden. «Aber die Politik ist dazu verpflichtet, jede sinnvolle Erhöhung der Sicherheit weiter zu bearbeiten. Wir sind der Bevölkerung dankbar, dass dafür auch immer die notwendigen Mittel gesprochen wurden», erwähnt Roman Hug abschliessend.

fix