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Kultur
27.03.2021
26.03.2021 15:07 Uhr

Von Fürsten und Nazis: Bündner Kunstmuseum frei von Raubkunst

Das Bündner Kunstmuseum hat Provenienzforschung betrieben und die Stationen von Werken aus der eigenen Sammlung erforscht - darunter von einem Gemälde der Künstlerin Angelika Kauffmann. Bild: Keystone/Ruedi Lämmler
Das Bündner Kunstmuseum in Chur hat einen Teil seiner Sammlung auf Raubkunst untersucht. Die Forschungsarbeit über Herkunft und Stationen eines Werks von Angelika Kauffmann (1741-1807) ist nun in einer Ausstellung zu sehen.

"Telemachs Odyssee. Von Fürsten zu Nationalsozialisten", heisst die Schau, die im Erweiterungsbau des Kunstmuseums in Chur bis am 24. Mai der Öffentlichkeit präsentiert wird. Das Museum untersuchte in den letzten zwei Jahren seine Sammlung mit Unterstützung des Bundesamtes für Kultur sowie weiterer Geldgeber auf Raubkunst, vor allem auf von den deutschen Nationalsozialisten zwischen 1933 und 1945 gestohlene Werke.

Das Ergebnis: "Wir haben keine Raubkunst gefunden", sagte Administrativ-Direktorin Nicole Seeberger am Donnerstag an einer Medienorientierung zur neuen Ausstellung. Provenienzforschung wurde betrieben an einer Auswahl von 73 Werken aus der Sammlung und 168 Werken aus der Sammlung von Werner Coninx, die 2018 dem Kunstmuseum als Dauerleihgabe übergeben wurde.

Forschung an Kirchner-Konvolut

Die Ausstellung dokumentiert, dass das Telemach-Gemälde der in Chur geborenen und später europaweit gefeierten Malerin Angelika Kauffmann eine richtige Odyssee hinter sich hat. Das Gemälde befand sich im Besitz von Fürsten und Nationalsozialisten, bevor es in die Geburtsstadt der Künstlerin kam.

Provenienzforschung und somit die Geschichte, die Eigentumsverhältnisse und Handwechsel von Werken aus der Sammlung des Museums werden überdies aufgezeigt am Beispiel von 19 Werken des Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner. Eine wichtige Rolle spielt dabei Christian Anton Laely, Kirchners letzter Schüler.

vilan24/Keystone-SDA