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Schiers
17.04.2021
16.04.2021 15:53 Uhr

ABB Technikerschule widmet sich Wärmeverbund II

Gemeindepräsident Ueli Thöny (rechts aussen) zeigt den Studentinnen und Studenten der Technikerschule den favorisierten Standort der Heizzentrale. Links aussen, Coach Wolfgang Neumann neben Nadine Rodolf, Gemeindeschreiberin ad interim. Bild: M. Schnell/
Der Wärmeverbund Schiers, welchem die Flury Stiftung, die Evangelische Mittelschule, die Sportanlage Oberhof, das Oberstufenschulhaus sowie das Bildungszentrum Palottis angeschlossen sind, hat sich gut bewährt. Wie P&H bereits berichtete, soll mit dem Wärmeverbund II nun auch der Dorfkern erschlossen werden. Die ABB Technikerschule erarbeitet im Rahmen einer Diplomarbeit nun eine entsprechende Projektstudie.

Grund für die Aufgleisung eines zweiten Wärmeverbundprojekts ist laut Ueli Thöny, Gemeindepräsident von Schiers, der ideale Zeitpunkt dafür. Einerseits stünden mit dem Ersatz von Wasserleitungen oder der Breitbanderschliessung diverse Tiefbauarbeiten an, mit welchen Synergien für die Verlegung von Fernleitungen genutzt werden könnten. Anderseits müssten sich diverse private Haushaltungen im Rahmen des neuen Energiegesetzes früher oder später nach alternativen Heizlösungen umsehen. «Nicht zuletzt spricht – abgesehen von der Holz-Ressourcennutzung vor der Haustüre – auch der ideale Zeitpunkt der Geldbeschaffung für ein solches Projekt», begründete Thöny anlässlich einer gemeinsamen Aussprache und Begehung mit der ABB Technikerschule vom Mittwoch in Schiers. Deren Studentinnen und Studenten werden unter Aufsicht ihres Coaches Wolfgang Neumann, Diplomingenieur und Dozent, nun eine entsprechende Studie ausarbeiten. Der Gemeindepräsident bezeichnete die Zusammenarbeit mit der ABB Technikerschule als «Glücksfall», weil solche Projektstudien ansonsten deutlich teurer zu stehen kämen. Auf die Idee sei seine Mitarbeiterin Nadine Rudolf, Gemeindeschreiberin ad interim, gekommen, welche auch entsprechende Kontakte aufgegleist habe.

Umfassende Abklärungen

Die ABB Technikerschule wird in den nächsten Wochen im betreffenden Wärmeverbund-Perimeter bei rund 150 potenziellen Kunden eine Umfrage durchführen. Diese und zahlreiche weitere Abklärungen und Untersuchungen werden dann Basis für eine mögliche Auslegung und Dimensionierung der Fernwärmeheizung und allenfalls einer damit verbundenen Stromerzeugung bilden. Nach diesen ersten Abklärungen findet am
30. August dieses Jahres eine öffentliche Infoveranstaltung statt (Zeit und Ort folgen). Nach der Ausarbeitung eines Projekts soll Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres dann die Kreditgenehmigung an der Gemeindeversammlung folgen. Die Gemeinde plant bei der Realisierung, welche nach Durchlaufen aller Bewilligungsverfahren in frühestens zwei Jahren vorgesehen ist, ein etappenweises Vorgehen. Die ersten drei Etappen der prioritären Perimeterzonen sollen innerhalb von sechs Jahren abgeschlossen werden. Die Etappierung macht laut Thöny auch deshalb Sinn, weil pro Etappe 200 000 Franken Fördergelder in Aussicht stehen, was bei insgesamt fünf Etappen im Idealfall einer Million Franken entspreche. 

Bevorzugter Standort

Zu stehen kommen soll die neue Wärmeverbundanlage auf dem ehemaligen Holzlagerplatz «Unterm Bahnhof» – angrenzend an das an die Gemeinde zurückgehende Gewerbeland. «Der zeitweise entstehende Dampf würde so talein- oder talauswärts ziehen und den Dorfkern nicht tangieren, begründet Töny. Zudem könnten die Fernleitungen mit einer vernünftigen Länge realisiert werden. Die vorgesehene Leistung beträgt laut Wolfgang Neumann rund 3600 MWh/a. «Dies entspricht dem Energiebedarf von rund 750 Einfamilienhäusern mit Baujahr 1990 und ist etwa doppelt so viel wie die Versorgung durch den bereits bestehenden Wärmeverbund Schiers», rechnet der ABB-Coach vor. Gemäss Thöny haben bezüglich Wärmeverbund II bereits diverse Privatpersonen und KMU-Betriebe ihr Interesse an einem Anschluss deponiert oder sogar anstehende Investitionen in die Heizungen sistiert.

Die Perimeterzonen des Wärmeverbunds nach Priorität. Bild: Grafik: zVg
ms