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Kulturprojekt «Mit Lawinen leben» sucht Zeitzeugen

Die Schluhen-Lawine auf der Aschariner Talseite vom 11. April 1937 erreichte fast den Schanielabach. Das Foto stammt aus dem Buch «Die Geschichte der St. Antönier Lawinen» von Holger Finze. Bild: zVg
«Mit Lawinen leben» heisst ein neues Kulturprojekt, das die Kulturgruppe St. Antönien in diesem Sommer startet. Den Anstoss dazu gab Holger Finze-Michaelsen mit dem Buch «Die Geschichte der St. Antönier Lawinen» aus dem Jahr 1988. Die ergänzte Neuauflage erschien im letzten Herbst. Der damals in St. Antönien tätige Pfarrer übernimmt als seit 2020 tätiger Projektleiter «Kulturarchiv und Talgeschichten» auch im neuen Projekt die wichtigste Autorenrolle.

eben seinen Recherchen zu den vielen vergangenen Lawinenkatastrophen ist Holger Finze auf interessante Erzählungen und Schriften auch ausserhalb der Wintergeschichten gestossen. Damit haben sich Horizonte geöffnet, die die gesamte Talgeschichte, ihre Kultur mit ihren vielfältigen und immer wieder veränderten Lebensverhältnissen betreffen. Holger Finze hat bereits einige Aufnahmen mit Zeitzeugen und Überlebenden der Lawinenwinter 1951 bis 1964 gemacht und es entsteht so eine umfangreiche Sammlung aus diesen über ein halbes Jahrhundert zurückliegenden Ereignissen.

Im Dezember wird ausgestellt

Das Thema der Lawinenverbauungen mit all seinen Mühen und Sorgen von der Überzeugungsarbeit weitsichtiger Einheimischer und nationaler Politiker bis hin zur Errichtung der Stahl- und Betonwerke unter oftmals schwierigen Bedingungen wird auch Teil der im Dezember beginnenden Ausstellung im Ortsmuseum St. Antönien sein. Nebst Holger Finze wird auch Martin Stihl, Schiers, ehemaliger Mittelschullehrer an der EMS, in St. Antönien zu Themen nachforschen und dies in Buchform herausgeben.

Bild- und Tonmaterial gesucht

Die Kulturgruppe St. Antönien wurde letztes Jahr für ihre kulturelle Tätigkeit von höchster Stelle im Kanton geehrt und mit einem Preis ausgezeichnet. Dies ist ein Ansporn, auch weiterhin insbesondere der lokalen Geschichte nachzugehen und Einheimischen wie auch Gästen die vergangenen Zeiten zu illustrieren und in Ton/Filmdokumenten im Museum zugänglich zu machen. Aus diesem Grund wird die Bevölkerung aufgerufen, sich in das Projekt einzubringen und interessante Ereignisse und erlebte oder gehörte Geschichten an die Autoren weiter zu geben. Mehr Informationen zum Projekt unter www.kultur-gruppe.ch.

pd