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Kanton
03.05.2021
03.05.2021 14:47 Uhr

Gregi wird Musiker

Ich möchte ein Instrument spielen ... Bild: unsplash
Im letzten Sommer ist Gregi in die 1. Primarklasse gekommen. Das war eine Riesenumstellung, aber Gregi hat den Schulalltag bisher mit Bravour gemeistert. Doch jetzt wartet eine weitere Entscheidung auf ihn. Er muss sich nämlich entscheiden, ob er ein Instrument erlernen möchte. Und welches soll es denn sein? Und hat das neben Schule, Sport und Spielen noch Platz? Fragen über Fragen!

Gregis Eltern sind nicht besonders musikalisch. Sein Vater – eher dem Sport zugetan - behauptet, er hätte letztmals an seiner eigenen Hochzeit das Tanzbein geschwungen. Seine Mutter hört zwar den ganzen Tag DRS 3, aber sie summt nur dann leise vor sich hin, wenn ein ihr bekannter Song kommt. Ein Instrument erlernt hatten sie beide nicht. Der einzige praktische Kontakt zur Musik besteht derzeit in Form von Ehnis Klavier, das seit Jahren in ihrem Haus parkiert ist. Gregi jedoch liebt das Singen über alles. Es begleitet ihn durch den Tag und durch seine Stimmungen. Und weil seine Kindergärtnerin, Frau Wülser, am Elterngespräch betont hat, wie musikalisch der aufgeweckte Junge sei, haben seine Eltern Gregi anfangs des Jahres ohne grosse Ambitionen in den musikalischen Vorkurs angemeldet. Nützts nichts, so schadets nicht.

Freitagmorgenlektion

Gregis Lieblingsstunde findet jeweils am Freitagmorgen in der ersten Lektion statt. Da kann er sich austollen, nervt mit seinem stetigen Gesang niemanden. Nein, er wird dafür noch gelobt. Wenn sein Vorkurslehrer Herr Schneider Rhythmusinstrumente mitbringt, geht er voll ab. Zusammen mit seinen Klassenkameraden fühlt er sich manchmal im Urwald, dann in einer Riesenband und schliesslich auf der Bühne. Wenn dazu noch getanzt wird, vergisst Gregi, dass sein Vater – sein grosses Vorbild – ja gar kein Tänzer ist. Am liebsten hat er aber die Instrumentenkunde. Geschickt in spannende Geschichten verpackt präsentiert Herr Schneider die Instrumente, welche seine Schüler schon bald erlernen könnten. Und das Beste: Die Instrumente dürfen gleich noch ausprobiert werden. Da schepperts, pfeiffts, quitschts und surrts, es ist eine wahre Freude. Und manchmal ist es gar so laut, dass Herr Schneider die Pausenglocke überhört. Nur die Blasinstrumente müssen derzeit stumm bleiben - diese doofe Pandemie.

Heute dies, morgen das

Jeden Freitag erzählt Gregi am Mittagessen aufgeregt von seinen Instrumenten. Anfangs sollte er Klavier spielen. Dann wurde daraus Kontrabass. Schliesslich war Trompete cool. Eine Woche später folgte Schlagzeug. Saxophon war ebenfalls kurz in Mode. Und weil sein Freund Schwyzerörgeli lernt, stand das vorübergehend gerade auf der Wunschliste. Nach der heutigen Lektion muss es nun aber definitiv E-Gitarre sein. Auch darum, weil Herr Schneider zu krachenden Klängen etwas von «heiwei tu hälf» sang und die Klasse beim Refrain mitkreischen durfte.
Anfangs freuten sich Gregis Eltern über seine Begeisterung, schliesslich wurden die Gesichter länger und länger. Ist E-Gitarre wirklich Gregis Instrument? Und falls ja, wie steht es mit dem Quartierfrieden, wenn die nachbarschaftliche Grillparty von krachenden E-Gitarrenklängen begleitet wird? Oder wie klingen zukünftig lange Arbeitstage aus, wenn aus Gregis Zimmer laute Rockklänge ertönen? Fragen über Fragen. Doch die grösste Unsicherheit: Meint es Gregi wirklich ernst?

Was solls jetzt sein?

Kurz vor den Frühlingsferien brachte Gregi ein Couvert mit nach Hause. Darin waren, neben einem Begleitbrief, Instrumentenkarten zu finden. Seither werden damit täglich Memory, Quartett, Meier und weitere aufregende Spielformen gespielt. Auch Gregis kleinere Schwestern kennen schon alle 20 Instrumente in- und auswendig. Aber das coolste beim Spielen: Gregis Vater kann auf der Rückseite der Karten einen Code fotografieren, und schon werden die Instrumente in kleinen Clips präsentiert. Man kann gar die entsprechenden Lehrpersonen kennenlernen. Und selbst Profis verfolgt man digital bei der «Arbeit». So vergeht die Spielzeit im Flug. Und das Beste: Auch Gregis Vater ist langsam überzeugt, dass wohl die E-Gitarre Gregis Instrument sein wird. Denn immer dann, wenn Gregi die entsprechende Karte aufdeckt und dazu lauthals den Refrain von «heiwei tu hälf» kreischt, zuckt es den Vater selbst als Nichttänzer in den Beinen. Derweil Gregis Mutter immer noch beim Klavier ist. Dieses steht schliesslich bereits in der Wohnung! Wie also weiter?

Fortsetzung folgt!

pd