Home Region In-/Ausland Sport Agenda Magazin
Luzein - St. Antönien
16.06.2021
18.06.2021 07:54 Uhr

Das Bergsteigerdorf St. Antönien feiert sich

Ortseingang Bergsteigerdorf  St. Antönien.
Ortseingang Bergsteigerdorf St. Antönien. Bild: zVg
St. Antönien ist das erste Bergsteigerdorf in der Schweiz. Am Samstag, 12. Juni 2021 feierte die Bevölkerung von St. Antönien im Beisein des Bündner Regierungspräsidenten Mario Cavigelli und SAC-Präsidentin Françoise Jaquet die Aufnahme in das internationale Netzwerk der Bergsteigerdörfer.

Bei bestem Wetter wurde am Samstag St. Antönien mit der Unterzeichnung einer Deklaration zwischen der Gemeinde Luzein und dem Schweizer Alpen-Club SAC in den begehrten Kreis der Bergsteigerdörfer aufgenommen. Während der offiziellen Feierlichkeit begrüsste Georg Simeoni, Präsident des Alpenvereins Südtirol und Vertreter der Internationalen Steuerungsgruppe der Bergsteigerdörfer St. Antönien im Netzwerk, welches Ende Jahr 35 Mitglieder zählen wird. Mario Cavigelli, Bündner Regierungspräsident, würdigte die Aufnahme von St. Antönien als Pionierleistung: «Es ist für den Kanton Graubünden eine Ehre, das erste Bergsteigerdorf in der Schweiz zu beheimaten.» SAC-Präsidentin Françoise Jaquet schlug den Bogen von den Bergsteigerdörfern zum Wirken von Johann Wilhelm Fortunat Coaz. Getreu nach der Philosophie der Bergsteigerdörfer fand gleich nebenan die traditionelle Chilbi mit regionalen Markständen des Bäuerinnenvereins
St. Antönien statt.

v.l. Christian Kasper, Gemeindepräsident Luzein; Françoise Jaquet, SAC-Präsidentin (mit unterzeichneter Deklaration); Mario Cavigelli, Regierungspräsident Kanton Graubünden. Bild: Marc Bless

Für die Zukunft von St. Antönien

Christian Kasper, Gemeindepräsident Luzein zeigt sich an diesem wichtigen Tag für St. Antönien sehr erfreut und stolz: «Für uns bedeutet dies eine Anerkennung für den gelebten respektvollen und sorgfältigen Umgang mit der Natur und nicht zuletzt für das äussert attraktive Bergsportangebot. Eine Wertschätzung für unsere Einwohnerinnen und Einwohner, die sich unermüdlich für ein dynamisches Dorf, gelebte Traditionen, ein aktives gesellschaftliches Leben und einen attraktiven Wohn- und Arbeitsort einsetzen.» Die Initiative Bergsteigerdörfer verfolgt nicht das Ziel, Dörfer zu konservieren, sondern mit einer nachhaltigen Entwicklung dazu beitragen, dass Bergdörfer auch zukünftig lebenswert bleiben.

Während der Beitrittsfeier wurden ebenfalls die ersten sieben Partnerbetriebe ausgezeichnet. Es handelt sich um Beherbergungsbetriebe in St. Antönien, welche die Philosophie der Bergsteigerdörfer in ihrer Tätigkeit leben und somit zum Beispiel die Lebensmittel lokal beziehen und für eine intensive Zusammenarbeit im Dorf einstehen. In einer späteren Phase des Projektes werden ebenfalls Impulsprojekte folgen, welche die Entwicklung des Dorfes weiter fördern.

v.l. Christian Kasper, Gemeindepräsident Luzein; Tanja Bischofberger, Mitglied SAC-Zentralvorstand; Mengina Gilli, Projektmitarbeiterin ZHAW Wergenstein; Françoise Jaquet, SAC-Präsidentin (mit unterzeichneter Deklaration); Mario Cavigelli, Regierungspräsident Kanton Graubünden; Georg Simeoni, Präsident Alpenverein Südtirol; Julia Isler, Regionale Koordinatorin Bergsteigerdorf St. Antönien; Marc Bless, Gesamtprojektleiter Bergsteigerdörfer Pilotprojekt Graubünden. Bild: Sven Berchtold

Mit dem Bergsteigerdorf gleichgesinnte Gäste finden

Durch die sehr strengen Aufnahmekriterien ist ein Netzwerk von 35 Bergsteigerdörfern aus fünf Alpenländern entstanden, welche in ihrer Philosophie sehr ähnlich sind. Gäste, die diese Werte schätzen, besuchen die Bergsteigerdörfer äussert gerne, da sie dort mit Sicherheit «Klasse statt Masse und Genuss statt Hektik» erwartet.

Über die Initiative Bergsteigerdörfer

Bergsteigerdörfer sind kleine, ruhige Orte, die sich dem sanften Tourismus verschrieben haben. Ihr grosses Potenzial liegt in ihrer Ursprünglichkeit, in der qualitativ hochwertigen Natur- und Kulturlandschaft und den vielseitigen Bergsportmöglichkeiten. Der sorgsame Umgang mit der Gebirgswelt, aber auch die Stärkung der regionalen Wertschöpfung stehen bei der Initiative im Zentrum. Bergsteigerdorf zu werden ist somit auch ein Bekenntnis, dem Leben im Dorf, der Kultur und der Natur auch weiterhin Sorge zu tragen. Zentral ist die Unterstützung durch die Dorfbevölkerung und die lokale Wirtschaft. Die Initiative Bergsteigerdörfer ist ein anerkanntes Umsetzungsprojekt der Alpenkonvention.

pd