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Malans
01.07.2021
01.07.2021 14:21 Uhr

Die Openair-Eule fliegt wieder

Anfang August wird in Malans wieder getanzt.
Anfang August wird in Malans wieder getanzt. Bild: www.openairmalans.ch
Vor wenigen Tagen gab es grosse Neuigkeiten aus der Bündner Herrschaft: Das Openair Malans findet in diesem Jahr definitiv statt! Das Musikfestival findet in diesem Jahr bereits zum 20. Mal statt und hat für die Jubiläumsfeierlichkeiten ein abwechslungsreiches Programm auf die Beine gestellt. Unter anderem werden am 6. und 7. August Andrea Bignasca, Mischgewebe, Velvet Two Stripes und auch Zibbz für Stimmung auf dem Geissrücken sorgen. Wie das neu aufgestellte Team ein Zeichen für die Musik und gegen Corona setzen will, wie gross der Einfluss von den BAG-Schutzmassnahmen noch ist und vieles mehr, lest ihr hier.

«Wie alle Veranstalter*innen mussten wir lange bangen, ob eine Durchführung dieses Jahr möglich wird. Wir haben alle Pressekonferenzen der vergangenen Wochen mitverfolgt und auf so ein Signal wie in der letzten Woche gewartet.» Das sagt Gioanna Michel, Medienverantwortliche vom Openair Malans. Es sei für sie wichtig gewesen, einen sicheren Rahmen bieten zu können, um das diesjährige Openair durchzuführen. «Dass der Bund nun für Veranstaltungen mit über 500 Personen ein Covid-Zertifikat vorschreibt, hat uns nicht überrascht. Da mit dem Zertifikat aber auch die Sicherheit am Festival deutlich steigt, haben wir uns dafür entschieden, diesen Weg zu gehen.» Auf dem Weg bis zur Durchführung stehe aber noch eine Menge Arbeit vor dem Organisationskomitee, welches laut ihr sehr motiviert sei das zusammen anzugehen und Lösungen zu finden. «Wir wollen einfach endlich wieder zusammen Musik geniessen und Spass haben. Auch wollen wir endlich unsere Versprechen einlösen und den Musiker*innen ihre Bühne liefern und an Lieferant*innen und Partner*innen wieder Bestellungen aufgeben. Zudem waren wir in der Planung bereits so fortgeschritten, dass es sehr frustrierend gewesen wäre, dieses Jahr wieder abzusagen.»

Höhere Kosten wegen Covid

Die Regeln am diesjährigen Openair auf dem Geissrücken sind strikt. Nur getestete, genesene oder geimpfte Personen erhalten dieses Jahr Zugang zum Festivalgelände. Gioanna Michel hofft bei den Eintrittskontrollen auf die Mithilfe der Gäste. «Super ist natürlich, wenn die Gäste schon so ein Zertifikat mitbringen oder sich vorab testen lassen, weil wir einfach nur begrenzte Testmöglichkeiten vor Ort haben werden.» Maskenpflicht gelte für die Musikbegeisterten bis zum Festivalgelände, ob sie innen eine tragen wollen, stehe den Besucher*innen frei. Es bestehe keine Masken- und Sitzpflicht bei der Konsumation. Das Gelände werde komplett eingezäunt und Desinfektionsmittel stehen zur Verfügung. Weiter gebe es, Stand heute, nichts zu beachten. Die Sicherheitsbestimmungen vom Bundesamt für Gesundheit gehen auch beim Openair in der Bündner Herrschaft ins Geld. Wie viel Zusatzkosten auf sie als Verein zukommen werden, sei laut Michel noch schwierig abzuschätzen. «Wir werden mehr finanzielle Aufwände für die Umzäunung, für Sicherheitspersonal, für Fachkräfte und die Infrastruktur fürs Testen haben. Der Mehraufwand sei es ihnen aber auf jeden Fall wert. Wir hoffen, dass wir finanziell am Ende nicht schlechter dastehen als heute.»

Am Openair Malans ist die Maskenpflicht dieses Jahr freiwillig. Bild: www.openairmalans.ch

Ein Festival nicht nur für uns

Auch wenn jetzt die Covid-Ansteckungen sinken und die Normalität wieder Einkehr hält, es hätte auch für die Malanser einen Punkt gegeben, der zu einer Absage des zweitägigen Festivals geführt hätte. Die Marketingverantwortliche Gioanna Michel klärt auf. «Wir hatten das bereits im Herbst 2020 besprochen, als wir uns an die Planung machten. Für uns wäre eine generelle Maskenpflicht ein Hindernis gewesen. Das konnten wir uns damals schon nicht vorstellen und so hätten wir wohl absagen müssen. Auch konnten wir uns damals nicht vorstellen, eine Teststation vor Ort einzurichten, einfach weil es viel mehr Aufwand ist, personell wie auch finanziell.» Doch die günstigen Umstände haben dazu geführt, dass jetzt kurz vor der Durchführung doch alles wieder ein wenig anders aussieht. «Wir haben uns entschieden, dass wir das jetzt doch machen wollen. Einfach damit wir wieder einmal ein Openair Malans durchführen können und all die Gagen ausbezahlt werden können. Wir machen das alles ja nicht nur für uns, da sind eine ganze Reihe an Personen involviert, die sich ebenfalls darauf gefreut haben.»

Gioanna Michel, die Marketingverantwortliche vom OA Malans. Bild: www.openairmalans.ch

Schrittweiser Generationswechsel

Aktuell seien sie mit der Planung im Schlussspurt, sagt Michel. «Zurzeit arbeiten wir unter Hochdruck daran einen Partner zu finden, um vor Ort zu testen. Der Rest läuft planmässig wie immer. Wenige Wochen vor dem Festival gibt es einfach viel zu tun.» Ein Blick auf die Webseite des Vereins verrät, dass aufs Jubiläumsjahr hin auch sonst einiges gegangen ist im Organisationskomitee des Openairs. «Es war bereits seit längerem klar, dass es einen Wechsel geben wird. Jedoch waren vom jetzigen OK bereits vier Teammitglieder im alten OK, das heisst, es war nicht ein totaler Wechsel, was sonst sicher schwierig gewesen wäre. Nach vielen Jahren der Präsidentschaft hat André Senften seine Position an Armanda Capaul abgegeben. Sie hat sich zuvor jahrelang als Helferin beim Openair engagiert, daher war ihr das Openair und das OK auch sehr vertraut.» Die jungen Kräfte sorgen dafür, dass die Geschichte des traditionsreichen Festivals vor der Chlus weiter geschrieben werde, wie Gioanna Michel erklärt. «Das war mitunter auch ein Grund, weshalb es einen Wechsel im OK gegeben hat. Es mussten junge Leute nachkommen, die eingearbeitet werden konnten. Sonst wäre das Openair vielleicht irgendwann gestorben. Nun sind wir eine junge motivierte Truppe, die sehr viel dafür arbeitet, ein tolles Festival auf die Beine zu stellen.»

Ein Treffpunkt für Jung und Alt

Es gebe viele gute Gründe für das Openair, welches auf dem Geissrücken und umrahmt von Wald stattfindet, sagt Michel. «Wir sind ein kleines Openair im schönen Weinbaudorf Malans. Wir haben jedes Jahr ein wirklich tolles Line up. Vielleicht kennt man nicht immer jede*n Künstler*in, aber die Musik ist immer super. Die Stimmung ist sehr familiär und friedlich. Es ist der Treffpunkt, bei dem man alte Freund*innen wieder trifft und zusammen ein Bier geniessen kann.» Anlässlich des 20-jähri-gen Jubiläums am 6. und 7. August seien noch einige Überraschungen geplant, wie Michel erklärt. «Dafür haben wir diesen Frühling eigenhändig einen alten Lastwagenanhänger zu einer Bar umgebaut. Die Terrasse wird grandios! Wir freuen uns riesig, die Bar unseren Gästen am Openair Malans das erste Mal vorzuführen und Drinks zu servieren.» Sie persönlich freue sich ganz besonders auf die Show von Andrea Bignasca, der live wirklich einfach super sei!

C. Imhof