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Herrschaft
22.07.2021

«Am Wahltag gibts das Zeugnis für unsere Arbeit»

Severin Geisseler (ehemaliger Präsident Regionalpartei CVP Landquart, links) und Martin Tanner (ehemaliger Präsident BDP Herrschaft) bei der Unterschrift des Fusionsvertrages.
Severin Geisseler (ehemaliger Präsident Regionalpartei CVP Landquart, links) und Martin Tanner (ehemaliger Präsident BDP Herrschaft) bei der Unterschrift des Fusionsvertrages. Bild: zVg
Die CVP-Regionalpartei Landquart sowie die Kreisparteien BDP Herrschaft und BDP Fünf Dörfer haben Ende letzter Woche zur Mitte Herrschaft/Fünf Dörfer fusioniert. P&H hat dem frisch gewählten ­Co-Präsidium nach der ersten Generalversammlung der neuen Regionalpartei einige Fragen gestellt.

Die Kreisparteien BDP Herrschaft und BDP Fünf Dörfer sowie die Regionalpartei CVP Landquart haben am vergangenen Freitagabend im Torkel von Tanner Weine in Maienfeld, jeweils unabhängig voneinander, ihre Generalversammlungen durchgeführt. Dabei genehmigten sowohl die beiden Kreisparteien der BDP, als auch die CVP Regionalpartei die Fusionsverträge einstimmig. Die Regionalpartei der CVP Landquart genehmigte zusätzlich zu den Fusionsverträgen auch eine Statutenrevision, die in erster Linie die Änderung des Parteinamens in Die Mitte Herrschaft/Fünf Dörfer zum Zweck hatte. Mit der Genehmigung der Fusionsverträge sowie der Statutenrevi­sion entstand damit vergangenen Freitag in Maienfeld die neu fusionierte Partei Die Mitte Herrschaft/Fünf Dörfer.

Wahl Co-Präsidium

An der anschliessenden ersten Generalversammlung der neuen Regionalpartei wurde der neue Vorstand mit dem Co-Präsidium bestehend aus Severin Geisseler (Grossrat, Untervaz) und Martin Tanner (Grossrat, Maienfeld) von den Anwesenden einstimmig gewählt. Bei der Zusammensetzung des Vorstands wurde darauf geachtet, dass dieser zu gleichen Teilen aus ehemaligen BDP- und CVP-Mitgliedern besteht.

Obwohl schon einige ehemalige CVP-Parteien auf regionaler und kommunaler Ebene die Statuten und damit den Namen in «Die Mitte» geändert hatten, ist Die Mitte Herrschaft/Fünf Dörfer die erste Regionalpartei der Mitte Graubünden, die aus einer effektiven Fusion entstanden ist. Vorbehalten bleibt noch die formelle Zustimmung des Vorstands der Mitte Graubünden zu den neuen Statuten der Mitte Herrschaft/Fünf Dörfer.

Die neugewählten Co-Präsidenten der Mitte Herrschaft/Fünf Dörfer: Severin Geisseler (links) und Martin Tanner. Bild: zVg

Das Interview

P&H: Bevor ich Ihnen meine erste Frage stelle, möchte ich Ihnen Herr Geisseler und Herr Tanner natürlich herzlich zu Ihrer Wahl als Vorstand der Mitte Herrschaft/Fünf Dörfer gratulieren. Und jetzt die Frage. Wie sehen Sie die soeben stattgefundene Fusion: als einen Kompromiss oder als einen Konsens?
Martin Tanner: Die Fusion ist ein Konsens. Ein Konsens darüber, die politische Mitte stärken und weiterhin lösungsorientiere Politik machen zu wollen.

Wie lautet das Parteiprogramm der neuen Regionalpartei?
Severin Geisseler: Auf Basis der Werte Freiheit, Solidarität und Verantwortung machen wir wirtschafts- und familienfreundliche Politik.

Was zeichnet diese neue Regionalpartei aus?
Severin Geisseler: Die Mischung: Auf der einen Seite sind wir bereits stark in den Gemeinden verankert, verfügen über diverse Mandatsträgerinnen und Mandatsträger sowie diverse engagierte Mitglieder. Auf der anderen Seite sind wir ein junges, motiviertes Team, das den neuen Schwung der Fusion mitnehmen und etwas bewegen möchte.

Die Fusion ist in erster Linie ein Akt, der auf dem Papier stattfindet. Welche Bestrebungen unternimmt das Co-Präsidium, damit auch unter den Mitgliedern ein Wir-Gefühl entsteht?
Martin Tanner: Die Erfahrungen aus der Kantonalpartei und auch der Grossratsfraktion zeigen: Es passt politisch und zwischenmenschlich sehr gut in der neuen Partei. Bei der Regionalpartei haben wir sowohl das Präsidium, als auch den Vorstand mit ehemaligen Mitgliedern der BDP und CVP besetzt. Das Vorgehen mit den zeitgleichen Generalversammlungen und der anschliessenden ersten gemeinsamen Generalversammlung haben wir auch gewählt, um die Leute zusammenzubringen.
Severin Geisseler: Ausserdem hatten wir nach der gemeinsamen Versammlung einen Apéro, an dem das Wir-Gefühl langsam entstehen konnte. Wir beide sind sehr gesellige Typen, und so werden wir auch in Zukunft darauf achten, dass auch die sozialen Kontakte innerhalb der Partei nicht zu kurz kommen.

Gibt es Mitglieder die ausgetreten beziehungsweise einer anderen Regio­nalpartei beigetreten sind?
Martin Tanner: Ein Grossrat aus dem Kreis Fünf Dörfer ist aufgrund der Fusion auf kantonaler Ebene aus der BDP ausgetreten. Mitglieder, die aufgrund der Fusion auf regionaler Ebene ausgetreten sind, gibt es hingegen kaum. Und so können wir zukünftig als Regionalpartei noch schlagkräftiger auftreten.

Wo sehen Sie gegenüber anderen ­Regionalparteien Ihre Vorteile?
Martin Tanner: Wir machen konstruktive und lösungsorientierte Politik, die sowohl den Menschen, als auch der Wirtschaft in unserer wunderbaren Region zugute kommt.

In welchen Gemeinden besteht von Ihrer Seite Nachholbedarf?
Severin Geisseler: In den Gemeinden Trimmis, Untervaz, Zizers und Landquart sind wir bereits mit eigenen Ortsparteien stark in der kommunalen Politik verankert. Nun möchten wir den Schwung der neuen Partei nutzen, um auch in der Bündner Herrschaft noch präsenter zu sein.

Es liegt viel Arbeit vor Ihnen, die Wählerschaft von der neuen Partei zu überzeugen. Was sind Ihre ersten gemeinsam gesteckten Ziele?
Martin Tanner: Als erstes möchten wir die Ortsparteien weiterhin bei ihrer Arbeit unterstützen und noch stärker untereinander koordinieren. Als zweites stehen im nächsten Jahr die Grossratswahlen an. Dabei wollen wir die Bevölkerung von unserer Partei Die Mitte Herrschaft/Fünf Dörfer sowie von unseren Werten und unserer Politik überzeugen.

Wie Sie bereits erwähnt haben, finden 2022 die Grossrats- sowie auch die Regierungsratswahlen statt. Abschliessend würde ich noch gern von Ihnen wissen, wie Sie diesen ent­gegensehen?
Severin Geisseler: Wir freuen uns darauf, denn am Wahlsonntag erhält man von der Stimmbevölkerung das Zeugnis für die geleistete Arbeit ausgestellt. Wir sind motiviert und werden auch im Rahmen des Wahlkampfs Vollgas geben, damit unsere Noten dann möglichst gut ausfallen.

L. Steinmann