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26.07.2021

Bad Ragaz: «Wir werden gewisse Punkte freiwillig umsetzen»

Macht den Auftakt: Steff la Cheffe rockt am 5. August im Giessenpark in Bad Ragaz.
Macht den Auftakt: Steff la Cheffe rockt am 5. August im Giessenpark in Bad Ragaz. Bild: Andrin Fetz
Endlich kann die diesjährige Ausgabe der Ragazer Veranstaltungsreihe «Kultur im Ort» am 5. August starten – und zwar mit Steff la Cheffe im Giessenpark. Adrian Siegrist erzählt P&H in einem Interview unter anderem, was diese Veranstaltungsreihe so besonders macht.

P&H: «Kultur im Ort» wird fünf Jahre alt. Schmerzt es, das Jubiläum nicht gebührend feiern zu können?
Adrian Siegrist: Für mich ist der Fakt, überhaupt wieder Veranstaltungen durchführen zu können, schon gebührend genug. Man muss demütig sein in dieser Zeit, und wir sollten diese Freiheiten geniessen. Aber ich bin sicher, dass wir ein grosses Fest machen werden, sobald es wieder möglich ist.

Gibt es etwas im kleinen Rahmen?
Für mich sind die Events mit Steff la Cheffe und die Comedy-Gala jetzt so was wie unser Jubiläumsfest. Wir selber planen nichts weiter in diesem Jahr, denn «Kultur im Ort» ist für uns alle eine Leidenschaft, der wir in unserer Freizeit nachgehen.

Starten wir zuerst mit «Kultur im Ort» 2021. Wo steht die Reihe aktuell mit dem Vorverkauf?
Es ist noch Urlaubszeit, und wir beginnen erst jetzt mit der aktiven Promotion für die Events. Ich hoffe, dass der Vorverkauf in den nächsten Tagen und Wochen anziehen wird. Bei uns ist das aber meistens erst eine bis zwei Wochen vor dem Event ersichtlich. Nervös macht mich das aber nicht –
ich meine, wer will schon nicht Steff la Cheffe live in Bad Ragaz sehen?
Da sagen wir natürlich nicht Nein.Was hat das diesjährige Programm noch zu bieten?
Unser Programm ist auch in diesem Jahr gespickt mit Geheimtipps und tollen Headlinern aus den Sparten Musik und Comedy.

Die da wären?
Beim musikalischen Teil sind William White – eine Schweizer Reggae-Legende – und Kaufmann –
ein aufstrebender Stern am Musik-himmel, der aus unserer Region stammt – die beiden Headliner. Im Bereich Comedy führen wir die Comedy-Gala mit Claudio Zuccolini, Helga Schneider und weiteren Comedians im Kursaal im Grand Resort durch. Natürlich sind auch Leckerbissen wie Nevada, Halunke oder Veronica Fusaro ein Ohrenschmaus, ausserdem gibt es erneut einen Poetry-Slam sowie ein Comedy-Dinner mit Joel von Mutzenbecher im «Rössli».

Welchen Herausforderungen sehen Sie als Veranstalter in diesen Tagen entgegen?
Unter anderem Termine sowie Schutzkonzepte planen, Events verschieben, Absagen erteilen und hinnehmen, Künstler sowie Partner vertrösten, finanzielle Strukturen aufrechterhalten oder auch versuchen, Sponsoren zu behalten.

Adrian Siegrist – Präsident Kultur vor Ort. Bild: zVg

Umarmen, tanzen und singen – wird das bei den kommenden Veranstaltungen wieder möglich sein?
Wir halten uns stets an die Vorgaben des Bundesamts für Gesundheit. Momentan befinden wir uns in der glücklichen Lage, dass sich die Gäste so verhalten dürfen wie früher – weil wir aber künftig wieder mit Verschärfungen rechnen müssen, werden wir gewisse Punkte freiwillig umsetzen. Und wir appellieren dennoch an die Gäste, sich nicht gleich um den Hals zu fallen und Tango zu tanzen.

Was meinen Sie genau mit den Punkten, die freiwillig umgesetzt werden?
Das heisst: Es gibt eine Beschränkung der Besucherzahl auf 500 Personen und Contact Tracing. Wer bei uns ein Ticket kauft, muss also weiterhin alle Kontaktangaben machen. Auch an der Abendkasse werden Name, Adresse und Telefonnummer aufgenommen oder alternativ die Identitätskarte fotografiert.

Wäre es für den Anlass keine Lösung gewesen, nur Gästen mit Covid-Zertifikat Einlass zu gewähren?
Wir sind soweit vorbereitet, dass wir den Einlass mit Covid-Zertifikat jederzeit einführen können. Sollte das BAG diese Massnahmen auch für kleine Anlässe und Restaurants einführen, werden wir sofort bereit sein. Wir wollen so lange als möglich Events durchführen, auch wenn der Aufwand für uns grösser wird.

Dieses Jahr werden auch die Ticketpreise erhöht. Weshalb?
Unser Ticketpreis für die normalen Events ist neu von 20 auf 25 Franken gestiegen. Diese Erhöhung ist aber relativ, denn im Vergleich zu früher nehmen wir die Gebühren der Vorverkaufsstellen, die zuvor der Gast getragen hat, auf uns. Zusätzlich haben wir einen Franken, den Kulturfranken, auf den Preis draufgesetzt. Mit diesem Geld wollen wir in naher Zukunft etwas mit lokalen Bands auf die Beine stellen.

Woher rührt die Idee mit dem Kulturfranken?
Ich bin nun seit 20 Jahren in dieser Branche unterwegs. Damals waren wir eine Gruppe Jugendlicher in Bad Ragaz und haben uns darüber geärgert, dass sich im Bereich Musik und Kultur nichts tut. Thomas Wachter vom Thömsn’s Pub und ich haben dann bei einem Bier und einer Zigarre den Verein Musik Bad Ragaz (MBR) gegründet und jahrelang Events veranstaltet. Wir hatten dabei immer junge Bands aus der Region berücksichtigt und gefördert. Diesem Motto bin ich über all die Jahre treu geblieben. Ich möchte unseren Gästen einerseits die Elite der Schweizer Musikszene zeigen – aber auch die Talente.

Ist der Kulturfranken also eine Investition in junge Talente?
Mit diesem einen Franken, den unsere Gäste in den Pot werfen, werden sie vielleicht alle Teil davon, einem ungeschliffenen Diamanten die Chance zu geben, eines Tages zu glänzen.

nb