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Prättigau
31.07.2021

Es gibt kein «Zurück zur alten Normalität»

Familien-Klettersteig Partnunblick.
Familien-Klettersteig Partnunblick. Bild: Graubünden Ferien
Die Transformation zur Digitalisierung ist im Tourismus seit einigen Jahren ein grosses Thema. Doch bis anhin ist man dem Prozess im Vergleich zu anderen Branchen immer etwas hinterhergehinkt. Nun hat dem Corona zwangsläufig einen zusätzlichen Schub gegeben.

Durch die Pandemie sind neue, flexiblere Arbeitsformen entstanden, und unsere Gäste dadurch grundsätzlich nochmals mobiler geworden. Dieser Umstand macht sich auch beim digitalen Verhalten bemerkbar. Die Beschleunigung des Digitalisierungsprozesses durch die Krise hat mehrere Stufen durchlaufen. Anfangs waren kurzfristige Bewältigungsstrategien angesagt, um die Arbeitsfähigkeit zu gewährleisten. Und, als man verstanden hatte, dass die Krise länger andauern wird, musste man zwangsläufig anfangen, sich Gedanken um die Gestaltung einer neuen Normalität zu machen.

Bei Ausbruch der Pandemie im letzten Jahr haben auch wir zuerst angefangen, unsere internen Arbeitsabläufe zu flexibilisieren und zu optimieren. Die Zugriffszahlen auf den digitalen Buchungs- und Informationsplattformen wie Outdooractive, oder auch unserer eigenen Webseite, sind im letzten Jahr konstant gestiegen. Nun befinden auch wir uns in einem Prozess, damit unsere Produkte und Angebote stetig digital weiter ausgebaut werden.

Alpkuh-Patenschaft: Kuh Pikini auf der Alp Rona Furna. Bild: Prättigau Tourismus

Wichtigkeit der Digitalen Sichtbarkeit

Bei dem Begriff der «Digitalen Sichtbarkeit» denken viele Menschen zunächst an Massnahmen rund um Suchoptimierungen über Google. Das ist zwar richtig, weil Google eine wichtige Rolle dabei spielt. Doch die digitale Sichtbarkeit betrifft nicht nur Google. Es handelt sich um das Zusammenspiel komplexer Wirkungsmechanismen mit unterschiedlichen Faktoren, zum Beispiel: das Nutzerverhalten, technische Faktoren, Interaktion und Engagement.

Damit wir den heutigen Anforderungen gerecht werden, setzen wir gezielt entsprechende Ressourcen dafür ein. Dies vor allem für die Pflege und Aufbereitung sämtlicher Inhalte. Denn es verbirgt sich hier zurzeit ein grosses Potential, auch für kleinere Regionen, die mit schlauen qualitativ hochstehenden Inhalten, ohne grossen finanziellen Marketing-Aufwendungen, sichtbar werden.

Prättigauer Höhenweg: Jägglisch Horn. Bild: Thomas Hablützel

Über die letzten Jahre sind diverse Produkte und Angebote in den Themen rund um Natur/Kultur und dem Bergsport entstanden, die online buchbar sind und wir auf den entsprechenden Plattformen bewerben können. Unsere verschiedenen Alp-Käse kann man zum Beispiel als Abo kaufen. Dabei erhält der Gast jeden Monat Käse und damit ein Stück Prättigau der jeweiligen Alp zu sich nach Hause geliefert. Oder Kühe können von einem Paten gekauft werden und ein Städter kann so, mit der Übernachtung bei der jeweiligen Bauernfamilie einmal erleben, wie sich ein echter Alpsommer anfühlt. Am Familien-Klettersteig Partnunblick finden wöchentliche Führungen statt, und auch die Wanderung des Prättigauer Höhenwegs kann in verschiedenen Varianten online direkt gebucht werden.

Auch wenn vor allem die «analoge Welt» mit persönlichem Kontakt das Ferienerlebnis der Gäste prägt, und auch mir mehr liegt, wird es zukünftig wichtig sein, mit dieser Entwicklung mitzugehen.

Prättigau Tourismus, Cyprian Sutter, Geschäftsleiter