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Jenaz
01.09.2021
01.09.2021 10:54 Uhr

«Unser Konzept ist es, keines zu haben.»

Madlene und Andy Rominger feiern aktuell 10-Jahr-Jubiläum  in Jenaz.
Madlene und Andy Rominger feiern aktuell 10-Jahr-Jubiläum in Jenaz. Bild: C. Imhof
Seit genau zehn Jahren wird das Landhaus in Jenaz von Madlene und Andy Rominger geführt. In diesem Jahrzehnt hat das Wirtepaar für viele magische Genussmomente gesorgt und auch regelmässig mit Veranstaltung das Dorfleben von Jenaz bereichert. Wie sie mit innovativen Ideen aktiv um den Nachwuchs besorgt sind, welches die schönsten Erlebnisse der beiden in all den Jahren gewesen sind und vieles mehr, könnt Ihr hier nachlesen.

Die Romingers sind zurück aus den Ferien, und seit diesem Moment ist das «Landhaus» wieder von vielen Gästen besucht. «Es hat den Leuten schon gefehlt, zusammen zu sitzen und zu plaudern», sagt Madlene. Natürlich ist am Jenazer Gasthaus die Coronapandemie nicht spurlos vorbeigegangen. Auch, wenn der Respekt vor einem erneuten Lockdown vorhanden ist, im Gastrobetrieb an der Landstrasse wird trotzdem optimistisch in die Zukunft geblickt und keine Schwarzmalerei betrieben.

Aus dem Betrieb herausgewachsen

Es sieht sehr einladend aus im «Landhaus». Neben der Beiz, die schon immer da war, gibt es einen grosszügigen Saal, der jetzt als Restaurant funktioniert, eine imposante Terrasse und seit kurzem auch einen Landhausgarten, der sich ideal für grosse Feste im Freien eignet. Ein solcher Ausbau wäre im «Rathaus» Fideris wohl nicht möglich gewesen, erinnert sich Andy. «Wir waren dort mit den Möglichkeiten schon ziemlich eingeschränkt, und man könnte auch sagen, dass wir mit dem Betrieb aus der Lokalität rausgewachsen sind.» Durch einige glückliche Zufälle und sicher auch dank dem Vertrauen von Balz
Eggimann seien sie dann im Jahr 2011 in Jenaz gelandet. «Dass das alles so zusammengekommen ist und dass wir beizen durften, wie wir es als richtig empfinden, ist wie ein Sechser im Lotto gewesen», erinnert sich Madelene.

Nachhaltige Werte weitergeben

Angesprochen auf ihr Konzept, welches ihnen das erfolgreiche Beizen seit über einem Jahrzehnt ermöglicht, sagt sie mit einem breiten Lachen auf den Lippen. «Unser Konzept ist, dass wir keines haben.» Auch, wenn dies vielleicht stimmt und viele der Innovationen und Geschichten der Familie Rominger aus dem Bauch heraus entstehen, merkt man doch sofort, dass im Landhaus auch gewisse persönliche Werte wie Nachhaltigkeit gelebt und vermittelt werden. Dies sei ihnen sehr wichtig, sagt Andy. «Wir wollen möglichst viele Produkte aus der Region oder zumindest aus der Schweiz im Sortiment haben. Dabei ist es ihnen auch egal, ob man jetzt mit Getränken, welche um die halbe Welt transportiert werden, ein paar Franken mehr verdienen kann, wie Madlene ergänzt. «Uns ist es wichtiger, einen Treffpunkt für Vereine, Büezer, Touristen und Einheimische zu schaffen, als mit dem Beizen das grosse Geld zu machen.» Neben den regionalen Produkten sind es auch asiatische, indische, mexikanische und orientalische Speisen, die dem «Landhaus» immer wieder neue Stammkunden einbringen. Die beiden im Prättigau gestrandeten Globetrotter haben laut der Wirtin auf ihren Reisen über die Jahre immer Rezepte und Macharten importiert. Auch, wenn diese Speisen sonst nur in den Ursprungsländern in diesem Stil gekocht werden, ist es der Köchin wichtig, möglichst nur mit lokalen Rohstoffen zu arbeiten. Die Experimentierfreude und das Weltoffene bestimmen die Speisekarte, und so kommt es auch, dass man bald schon regionales Wild, orientalisch zubereitet, im «Landhaus» bestellen kann.

Der Landhausgarten ist nur eines von vielen Highlights des Landhauses. Bild: C. Imhof

Die «Landhuus-Family»

Diese Freude am Beruf geben die beiden an die nächste Generation weiter, in dem sie Lehrlinge ausbilden. Dies sei eine ehrenvolle und vor allem wichtige Aufgabe in der heutigen Zeit, in der viele nach dem Lockdown in anderen Geschäftsbereichen ihr Glück versuchten. «Am Schönsten ist es für uns zu sehen, dass das Personal gerne bei uns arbeitet. Wir dürfen wirklich auf viele gute langjährige Mitarbeiter zählen. Erst vor kurzem kam auch eine ehemalige Lehrtochter wieder zurück in den Betrieb, was uns natürlich sehr freut», sagt Andy. Sie sind eben eine grosse «Landhuus-Family», wie Madlene ergänzt. Teil dieser Gastrofamilie ist seit kurzem auch eine gehörlose Frau, welche sich sehr wohl fühle und als vollwertiges Teammitglied wahrgenommen und geschätzt wird. Ein treues, familiäres Team auf die Beine zu stellen, sei sicher ihr grösster Erfolg der letzten zehn Jahre. Sonst sei es aber schwierig, einzelne Höhepunkte aus insgesamt 16 Jahren Wirten herauszupicken, sagt Madlene. «Klar, die Kochkurse waren immer sehr lustig, die vielen Konzerte bleiben unvergessen und auch sonst sind hier viele magische Momente passiert …» Über die Jahre hinweg seien aus Gästen Freunde geworden, und wenn sie nur eine einzelne Sache herausstreichen müsste, sei es wohl das, erzählt sie abschliessend. «Wir haben das grosse Glück, dass wir Familien seit 16 Jahren begleiten dürfen. So hat ein Täufling jetzt das Konfessen oder ein Konfirmant/eine Konfirmantin die Hochzeit. Das ist das Schönsten, was man sich vorstellen kann.»

Gefeiert wird das Jubliäum des «Landhaus» Jenaz am Sonntag, 28. November 2021, mit «Adventsblues im Landhuus». Ein Konzert mit den Bluesgrössen Hans Theessink & Big Daddy Wilson.

Essen ab 17.30 Uhr. 
Konzert ab 19 Uhr. 

Mehr Informationen dazu gibt’s unter www.landhaus-jenaz.ch.

C. Imhof