Home Region In-/Ausland Sport Agenda Magazin

Kampf gegen Lebensmittelverschwendung in der Region

Eröffnung «EssBar» im April dieses Jahres beim Werkhof Landquart.
Eröffnung «EssBar» im April dieses Jahres beim Werkhof Landquart. Bild: zVg
Vor rund einem halben Jahr konnte der Frauenverein Igis mit dem Projekt «EssBar» mit zwei Standorten starten. Der eine befindet sich in einem alten Waschhüsli in Igis und der andere beim Landquarter Werkhof.

Der Frauenverein Igis erhält von verschiedenen Grossverteilern Lebensmittel, die entsorgt werden, obwohl diese noch essbar sind und das Verfallsdatum noch nicht abgelaufen ist. Diese geretteten Lebensmittel werden dann kostenlos an den beiden EssBar-Standorten angeboten. «Voller Euphorie haben wir das Projekt ‹EssBar› gestartet und sind von Anfang an fast überrannt worden», erzählt Ursina Nützi vom Frauenverein Igis. «Viele ‹Kunden› erfreuen sich daran, gratis Lebensmittel in Empfang nehmen zu dürfen.»

Negative Erfahrungen

Dem Frauenverein Igis geht es laut Essbar-Projektleiterin Ursina Nützi vor allem darum, der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken. Die Frauen möchten verhindern, dass noch «essbare» Lebensmittel tonnenweise weggeworfen würden. «Dafür geben wir alles. Wir investieren viel Herzblut, Zeit und Geld, um das möglich zu machen», erzählt die Projektleiterin weiter und fügt hinzu: «Umso enttäuschter sind wir, wenn wir erneut feststellen, dass gehamstert oder randaliert wird.» Es gebe leider auch Personen, die das EssBar-Inventar stehlen oder den Standort nicht so zurücklassen würden, wie sie ihn vorgefunden hätten.

Nach solchen Erfahrungen müsse man aufpassen, dass man trotzdem motiviert bleibe, betont Ursina Nützi enttäuscht. Aus den genannten Gründen, und um diesen entgegenzuwirken, hat sich der Frauenverein Igis dazu entschlossen, die beiden EssBar-Standorte nun mit Kameras auszurüsten. «Trotz dieser zum Teil negativen Erlebnisse, überwiegen für uns die positiven und unser guter Wille, weiterhin der Lebensmittelverschwendung entgegenzuwirken», sagt die Projektleiterin kämpferisch.

Projekterweiterung

In der Schweiz wird rund ein Drittel der Lebensmittel weggeworfen, was rund 2 Millionen Tonnen pro Jahr entspricht. Rund 28 Prozent davon machen Privathaushalte aus. Deshalb hat der Frauenverein Igis sein Angebot noch mit Madame Frigo erweitert. Dort können auch Privatpersonen ihre Lebensmittel, die noch essbar und noch nicht abgelaufen sind, ab-
geben.

«Seit Anfang Monat dürfen wir auch mit drei Oberstufen-Schulklassen von Landquart zusammenarbeiten», freut sich Ursina Nützi. «Die Schüler helfen uns jeweils beim Abholen der Lebensmittel bei den Grossverteilern und werden so bereits für das Thema ‹Foodwaste› sensibilisiert.» Das tägliche Abholen der Lebensmittel sowie tägliche Standortkontrollen und regelmässige Reinigungen gehöre zu den Aufgaben der EssBar-Helferinen und -Helfer. Der Aufwand sei enorm, aber alle Freiwilligen seien nach wie vor sehr motiviert, erzählt die Projektleiterin stolz. Ihr ist auch bewusst, dass die Frauen mit ihrem Projekt «EssBar» und Madame Frigo am bestehenden Problem der Lebensmittelverschwendung nicht viel ändern können. «Wir hoffen aber, dass wir die Leute auf das Thema aufmerksam machen können und dadurch bei einigen vielleicht ein Umdenken stattfindet. Schliesslich liegt ein grosser Teil in der Hand des Konsumenten, dass etwas geändert wird.

Infos über das Projekt «EssBar» und Madame Frigo gibts unter www.fvigis.ch/essbar sowie www.madamefrigo.ch. Der Frauenverein Igis ist auch auf Facebook und Instagram vertreten.

  • Schülerinnen und Schüler erhalten eine Einführung ins Projekt. Bild: Frauenverein Igis
    1 / 3
  • Die geretteten Lebensmittel werden täglich bei den Grossverteilern abgeholt. Bild: Frauenverein Igis
    2 / 3
  • Blick auf das kostenlose «EssBar»-Angebot. Bild: Frauenverein Igis
    3 / 3
ls/pd