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Conters
01.10.2021
01.10.2021 13:21 Uhr

Kunstluft dieses Jahr zu «Landschaftskunst»

Sogenannte Mahdreste von Andrea Nold.
Sogenannte Mahdreste von Andrea Nold. Bild: zVg
Sechs Kunstschaffende aus der Schweiz und eine Berlinerin sowie zwei Einheimische sind dieses Jahr in Conters im Prättigau mit von der Partie. Die Veranstalterin setzt den Akzent auf Landschaftskunst. Die Kunstschaffenden sind bis zum 26. Oktober am Werk und verpflichteten sich an den Wochenenden vor Ort zu sein, damit Kunstinteressierte den Kunstpfad unter die Füsse nehmen, um sie zu besuchen. Der ausgeschilderte Weg ab Conters führt zum Epizentrum des Geschehens.

Das Artists in residence-Programm von «Kunstluft», das im 2015 in Furna gestartet, im 2016 in Conters stattfand und im Jahr 2018 in der Gemeinde Luzein/St. Antönien/Partnun fortgesetzt
wurde, ist wieder vom 2. bis 26. Oktober 2021 zu Gast in Conters. Diverse Verschiebungen aufgrund Covid-19 führten dazu, was einige Korrekturen erforderte. Zwei Kernpunkte spielen eine tragende Rolle: Die Kunstschaffenden stammen hauptsächlich aus der Schweiz, ausgenommen davon ist eine Künstlerin aus Berlin, die sich im Nachhinein beworben hat. Zusätzlich hat sich die Organisatorin entschieden, sich dem Thema «Landschaftskunst» zu widmen. So sind alle Künstlerinnen und Künstler verpflichtet worden, keine Fremdmaterialien für die Entstehung ihrer Werke einzusetzen.

Rückzugsstreifen

Der Biobauer Andrea Nold setzt sich mit Mahdresten – sogenannte Rückzugsstreifen für Lebensbedingungen von Heuschrecken, Käfern, Zikaden und Pflanzenwespen auseinander und hat dafür verschiedene Kreise gemäht. Sie stehen als Ergänzung zum Projekt «Do ut Des» von Irene Gazzillo, das im Maiensäss Hagel zur Ausführung gelangen wird. Eva Ducret arbeitet in der «Alten Säge» oberhalb des Dorfes und erstellt aus gut gelagerten Schindeln Alpen-Pagoden (turmartiges Bauwerk), die an der Aussenwand der Säge präsentiert werden. Gleich um die Ecke bei der Schwarzbachbrücke baut Moreno Rinaldi eine menschliche Skulptur aus Schwemmholz, die mit Salzpaste und Salzsteinen (für Wildtiere) ausmodelliert wird. Susanne Ruoff aus Berlin hat sich mit einer ausgefallenen Idee beworben und den Zuschlag für ihr Projekt «Vom Himmel gefallen» erhalten. Wo sie die Sterne aus Ästen und Stroh platzieren wird, steht noch in den Sternen. Paul Steiner verleiht seinen Figuren, die er mit seiner Kettensäge bearbeitet, menschliche Charakterzüge. Ruwa-Holz stellt das Rohmaterial zur Verfügung.

Nicht ohne Steinbock

Steinböcke – unser Wappentier dürfen auf keinen Fall fehlen. Dafür ist Yasmin Vieli verantwortlich. Sie erstellt eine Installation verschiedener Steinböcke aus Ton und alten Zeitungen. Florian Walli, ein begnadeter Handwerker und Bauer baut einen typischen Schrägzaun (Graggazun) auf dem Platz der «Alten Säge». Christian Clavadetscher begleitet mit seinem filmischen und fotografischen Können die Kunstschaffenden. An den Wochenenden vom 9. und 10. sowie 16. und 17. Oktober 2021 sind diese bei sonnigem Wetter an ihren Arbeitsplätzen.

Finissage

Öffentliche Finissage ist am Sonntag, 24. Oktober 2021, um 14 Uhr mit einer Führung durch die Veranstalterin. Ausgangspunkt ist das Maiensäss Hagel. Alle Kunstschaffenden sind bei ihren Werken. Apéro ist ab 16 Uhr. Bis zum Wintereinbruch bleiben die Werke vor Ort. Ein derartiges Kunstprojekt ist nur Dank der Unterstützung verschiedener Institutionen, Stiftungen, privaten Sponsoren und freiwilligen Helfern sowie dem Engagement der Projektleitung möglich. Wer diese sind und weitere Informationen über das Artists in residence-Projekt sind unter www.kunstluft.ch zu finden.

Der Kunstpfad ist mit den markanten Wegweisern ausgeschildert. Bild: zVg
pd