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Landquart - Igis - Mastrils
16.10.2021
17.10.2021 17:26 Uhr

Kunst erleben statt nur betrachten

Sonja Knapp mit ihrem «Insetto Grande» vor der Casa Rossa.
Sonja Knapp mit ihrem «Insetto Grande» vor der Casa Rossa. Bild: C. Imhof
Am vergangenen Freitag lud Sonja Knapp in der Casa Rossa in Landquart zum «Shining Friday» ein. In der grossen, ehemaligen Industriehalle konnte man dann nicht nur ihre bekannten Werke, wie den «Scarabeo» begutachten, man erhielt zugleich auch die Möglichkeit einen Einblick in den Kreativort der Künstlerin zu erhalten und mit ihr über ihre Werke zu diskutieren.

Der «Insetto Grande» an der Prättigauerstrasse 32 ist ein echter Blickfang, der einem das Finden des «Kreativorts» der Künstlerin Sonja Knapp erleichtert. Die Skulptur aus Bronze ist aber nur eines von vielen Werken, welche die Zürcherin mit Wohnsitz in Maienfeld und Paris in Landquart aufgestellt hat. Obwohl sie aktuell auch noch Kunstwerke in St. Moritz und Bad Ragaz ausgestellt hat, schätzt sie es sehr, ihr Schaffen wieder nahe bei sich zu haben. «Ich wollte möglichst alle meine Werke am gleichen Ort lagern und als vor zwei Jahren das Lokal hier frei geworden ist, habe ich die Chance ergriffen.» Ihre oft überdimensional grossen Stücke, die sie wie ihre Kinder behandelt, seien immer wieder Inspiration und zugleich Rückblick auf ihre Karriere. Verkaufen stehe für sie nicht im Vordergrund, ihr Ziel sei es damit die Transzendenz oder einfacher erklärt, das Göttliche der Kunst anderen Menschen erlebbar zu machen.

Bitte berühren

So stehen im roten Haus in Landquart vor den grossen Skulpturen von Sonja Knapp auch keine Verbotsschilder. «Ich will, dass die Leute die Kunst genauer ansehen, berühren, ertasten und dazu eine Beziehung aufbauen», sagt die Kreative. Bei ihr stehe immer das Handwerk und nie sie selbst im Mittelpunkt. So habe sie beispielsweise auch mal ein Erlebnis mit einem jungen Fotografen gehabt, der ihren «Scarabeo» an der Bad Ragartz von allen Seiten fotografiert und in den höchsten Tönen gelobt habe. «Da hat sich der junge Mensch dermassen begeistert mit dem Werk beschäftigt und hat sich wohl gedacht, dass ich die Putzfrau bin. Das ist aber nicht weiter tragisch. Ich liess ihn in diesem Irrglauben, da mir die Wirkung der Kunst wichtiger ist, als dass ich jetzt noch plötzlich berühmt werde.»

So sieht der Kreativort von Sonja Knapp aus. Bild: C. Imhof

Fassbar, realistisch, poetisch

Ebenfalls von grosser Wichtigkeit ist für Sonja Knapp die Natur. «Ich hatte immer schon eine grosse Obsession dafür. Das Spiel von Licht und Schatten hat mich seit jeher fasziniert und vor allem Insekten und Vögel haben es mir besonders angetan.» Dies sieht man ihrer realistischen Kunst an. Auch, wenn die Dimensionen ihrer Werke zum Teil stark vergrössert sind, die Handschrift der Natur ist immer erkennbar. «Vielfach machen sich die Menschen gar keine Gedanken und schlagen ein Insekt mit einer Zeitung tot. Ich wünsche mir, dass sie wieder mehr Acht geben und Sorge tragen zu diesen Tieren, denn jedes Lebewesen hat seinen Zweck im Zyklus des Lebens», erklärt die umweltbewusste Künstlerin. Neben dieser Sensibilisierung zum Thema ist es für Knapp ebenfalls ein Anliegen, dass ihre Kunst sich nicht nur an einen intellektuellen Kreis richtet, sondern für alle fassbar und zugänglich ist. «Es gibt nichts Schöneres für mich, als wenn jemand hier reinkommt und aus einem kurzen Besuch ein zweistündiger Aufenthalt voller Poesie entsteht.» Am kommenden Freitagnachmittag zwischen 14 und 19 Uhr könnten viele dieser magischen Momente in Landquart passieren, denn dann lädt Sonja Knapp zum Tag der offenen Türe ein. Für den «Shining Friday» können Sie sich jetzt schon anmelden unter www.sonjaknapp.ch.

Die Skulpturen von Sonja Knapp dürfen auch gerne berührt werden. Bild: C. Imhof
C. Imhof