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Violoncello-Konzert mit François Barro

St. Antönien gemalt von François Barro.
St. Antönien gemalt von François Barro. Bild: François Barro
Der bekannte Cellist François Barro war anfangs dieses Monats wieder zu Gast im Prättigau. Am Samstag, 9. Oktober 2021, 20.30 Uhr, spielte er in der Kirche St. Antönien Werke von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750): Suite Nr. 1 in B-Dur und Suite Nr. 3 in C-Dur und von Dmitri Kabalewski (1904 bis 1987): 5 Etüden in Dur und Moll.

François Barro gibt jährlich etwa zwanzig bis dreissig Violoncello-Konzerte in Kirchen und auch in Reha-Zentren. Ganz besonders haben es ihm dabei die Kirchen im Unterengadin und im Prättigau angetan. In der St. Antönier Kirche gab er dann sein erstes Konzert im Juli 2011.

Aus seinem Lebenslauf entnehmen wir, dass François Barro 1946 in Zürich geboren wurde. Bis zum 12. Lebensjahr wuchs er in Zürich auf. Weil sein Vater Architekt war und eine kleine Wohnsiedlung in Kilchberg baute, zügelte die Familie dann dorthin. Nach der Primarschule besuchte er die Kantonsschule Freudenberg (heute Zürich Enge) und schloss mit der Matura Typus A ab. Danach studierte er an der ETH Zürich Mathematik und schloss mit dem Diplom und auch mit einem Doktorat ab. Das Studium hätte sich einfach so ergeben. Er habe sich viel konzentrieren und dabei vieles einblenden aber auch wieder vergessen müssen, so Barro.

Während des Studiums begann er sich mehr und mehr nicht nur für die Mathematik, sondern für den Menschen als solchen zu interessieren. Das führte dazu, dass er sich an der Universität Zürich für das Studium der Medizin einschrieb. Die Medizin habe ihm dabei einen viel breiteren Horizont eröffnet. So befasste er sich mit den Lehren von Siegmund Freund, C. G. Jung und Konrad Lorenz. 1984 schloss er dann mit dem Staatsexamen ab. Seine Dissertation schrieb er über ein Thema aus der Embryologie. Das Zweitstudium finanzierte er sich mit Konzerten und Bilderausstellungen. Als Mediziner begann er seine berufliche Laufbahn als Assistenzarzt im orthopädischen Bereich, wo ihm die mathematischen Kenntnisse zugut kamen. Später hatte er auf die Psychiatrie umgesattelt, wo er während seiner Zeit als Arbeitnehmer an zwei Oberarzt-Stellen wirkte. Er war vor allem an Repatriierungen von im Ausland erkrankten Patienten beteiligt. Dadurch war er auch sehr viel auf Reisen. 2004 eröffnete er seine eigene Praxis.

Die Hobbies von François Barro sind Malen und Cello spielen, die ihn schon sein Leben lang begleiten. Auch seine Mutter habe dieses Instrument gespielt. Bei der Freundin seiner Mutter, die auch seine Patin war, ging er dann in den Cello-Unterricht. Er habe sich auf die Solomusik spezialisiert, was seiner Art entspreche. Dadurch fühle er sich unabhängig. Und seine Bilder sind ausdrucksstark und mit kräftigen Farben gemalt. So wie sie sich präsentieren, könnten sie in ihrer Gesamtheit auch als musikalische Kompositionen betrachtet werden. Das nächste Violoncello-Konzert wird voraussichtlich im Juli 2022 stattfinden.

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