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Maienfeld
30.10.2021

Aktiv für ein sauberes Heidiland

Die IGSU sensibilisierte am Freitag und Samstag für das Thema Littering an der Raststätte Heidiland.
Die IGSU sensibilisierte am Freitag und Samstag für das Thema Littering an der Raststätte Heidiland. Bild: C. Imhof
Am vergangenen Freitag und Samstag erwartete die Gäste an der Raststätte Heidiland ein spezieller Empfang. Spielerisch wies die IG saubere Umwelt die Gäste aus nah und fern darauf hin, wie wichtig es ist, den Abfall korrekt zu entsorgen und eben nicht einfach so aus dem Fenster zu werfen. Die vier anwesenden Damen taten dies unaufdringlich und spielerisch, dass es sicherlich bei Jung und Alt einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

Auf den Schweizer Nationalstrassen wird pro Jahr rund eine Tonne Abfall pro Fahrkilometer gelittert. Dass man den nicht beim Vorbeifahren sieht, liegt daran, dass er regelmässig weggeräumt wird, wie die IGSU-Teamleiterin Fabienne Kühnis erklärt. «Dieser riesige Abfallberg sorgt jährlich für enorme Kosten. Zusätzlich zu den normalen Aufräum- und Entsorgungsaufwänden sorgt das Littering somit für jährlich 200 Millionen Franken Mehraufwand.» Doch ihre Kolleginnen und sie seien nicht hier an der Raststätte, um Schuldige zu finden oder das ganze Heidiland von weggeworfenen Dingen zu befreien. «Unsere Mission ist das Sensibilisieren für das Thema.»

Aktiv gegen Littering

Die Interessengemeinschaft für eine saubere Umwelt (IGSU) ist eine Non-Profit-Organisation, die 2007 ins Leben gerufen wurde. Neben Clean-up-Days, setzt der Verein sich schweizweit mit verschiedenen Präventions- und Sensibilisierungsmassnahmen gegen Littering, für Recycling und für eine saubere Schweiz ein. Dies tun sie nicht nur mit Aktionstagen an öffentlichen Orten, sondern auch mit Workshops an Schulen. Insgesamt hat die IGSU bis Ende Jahr 600 Aktionen durchgeführt und es könnten durchaus zukünftig noch mehr werden, wie aktuelle Bewegungen wie die Klimajugend zeigen. Sehr bekannt sind ausserdem ihre Werbekampagnen mit den einprägsamen Slogans wie beispielsweise «Was im Wohnzimmer stört, stört auch auf der Strasse». Die IGSU-Botschafter sind auch in Maienfeld unaufdringlich, zwingen niemanden zu einem Gespräch, sondern sind einfach da, wenn Fragen auftauchen. «Es bringt eben nichts, wenn man jemanden aufhält, der aufs WC muss oder Hunger hat», weiss auch Fabienne Kühnis. «Wenn dann diese dringenden Bedürfnisse gestillt sind, kommen die Leute vielfach ganz entspannt von selber auf uns zu, was natürlich schön ist.»

Lösungsvorschläge für alle

Zur Öffentlichkeitsarbeit der sogenannten «Botschafter-Teams» gehören neben den Gesprächen auch ein paar Werbeartikel und Problemlöser. So haben die vier netten Damen nicht nur Buttons verteilt, auf denen «Littering? Nein danke!» steht, für die Kleinen gab es noch ein Kasperlihörspiel zum Thema auf CD, für die Raucher wurden Aluboxlein als Sammelbehälter für die Zigarettenstummel verteilt und auch die kleine Rolle mit Kehrichtsäckchen gehört laut den Frauen einfach in jedes Auto. «So können die Leute ihren Abfall sammeln, an der nächsten Sammelstelle trennen und dann wegwerfen», sagt Kühnis. Auch sie trage zum Teil ihre Petflaschen eine Weile durch die Gegend bis sich dann endlich ein passender Behälter finde. «In der Schweiz wird einem das Recycling so einfach gemacht, dass es eigentlich keine Entschuldigung dafür gibt, eine Petflasche oder auch eine Aludose aus dem Fenster zu werfen.» Bei der Raststätte Heidiland wurde das Thema am Wochenende sehr gut aufgenommen, was sicher da-
ran liegt, dass unweit vom Eingang auch ein kleiner Streichelzoo mit Geissen steht. Dadurch konnten die Umweltfrauen einfach aufzeigen, wie schnell Littering böse Auswirkungen haben kann. Denn wenn eine Person beispielsweise den Rest seiner gerauchten Kippe auf den Boden schmeisst, sorgt der Föhn für ein Verteilen des Abfalls, der dann, wenn’s blöd geht, von den liebenswerten Geissen verspeist wird. Dies ist etwas, was weder die Kinder, die sich auf dem grossen Plakat verewigen durften, noch die Erwachsenen wollen. Die Natur ist sehr viel schöner ohne Littering und durch das Erinnern daran, konnten sicher wieder einige Personen beim nächsten Mal zu einem Umdenken bewegt werden, was laut Kühnis genau das Ziel von solchen Aktionen sei, denn steter Tropfen höhle den Stein.

  • Das Thema Littering geht alle an. Bild: C. Imhof
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  • Neben Tipps und Tricks gab es auch ein paar nützliche Souvenirs zum Mitnehmen. Bild: C. Imhof
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cim