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Fläsch
02.11.2021

Ein Abendspaziergang mit besonderem Flair

In Fläsch kann man mit Caroline Lampert auf Tour.
In Fläsch kann man mit Caroline Lampert auf Tour. Bild: Sandra Peters
Kennen Sie den Ort Fläsch? Er ist das nördlichste Dorf im Kanton Graubünden, am Fusse des Fläscherbergs und des St. Luzisteigs gelegen. Der Berg Falknis bildet mit seinen 2560 m. ü. M. die Grenze zwischen Liechtenstein und der Schweiz. In diesem Ort fand am Donnerstag, 21. Oktober, um 17.30 Uhr eine besondere Dorfführung statt, veranstaltet vom Verein Kultur Herrschaft. Geleitet wurde sie von Caroline Lampert, die uns bei einem abendlichen Spaziergang während 1,5 Stunden durch zahlreiche Gässchen führte und viel Interessantes zu erzählen hatte.

Los ging es beim Parkplatz in der Nähe des Bistros in Fläsch, mit einem Bildervergleich aus den 60er-Jahren und heute. Im Jahr 831 tauchte der Name des Dorfes als «Villa Flascae», erstmals in den Chroniken auf. Es erlebte mehrere Brände und wurde während den Bündner Wirren 1622 auch in kriegerische Aktivitäten verwickelt. Im Laufe der letzten fünf Jahrzehnte entwickelte es sich von einem vorwiegend landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einem über die Grenzen hinaus bekannten Weinbaudorf.

Mit Wakkerpreis ausgezeichnet

An Weinreben vorbei ging es weiter zur schmucken Kirche, in der nicht nur Gottesdienste abgehalten werden, sondern sich auch Fledermäuse gerne aufhalten. So versammeln sich in der Turmzwiebel jedes Jahr vom Frühling bis im Herbst rund 1000 Mausohrweibchen, um ihre Jungen auszutragen und aufzuziehen. Damit ist der Kirchturm von Fläsch Heimat einer der grössten Fledermauskolonien in der Schweiz. Doch nicht nur Fledermäuse vermehren sich hier gerne, auch die Einwohnerzahl von Fläsch ist in den letzten 50 Jahren um rund 150 Prozent gestiegen, erklärte uns Caroline Lampert auf witzige Weise. Damit es nach wie vor für die Bündner Herrschaft ein attraktives Dorf bleibt, das seinen historischen Ortskern bewahrt, braucht es innovative Ideen. So wurde dieser Ort im Jahr 2010 sogar mit dem Wakkerpreis für seine innovative Ortsplanung ausgezeichnet, was seither zahlreiche Architekt:innen und Architekturbegeisterte nach Fläsch lockt. Auch wenn die Architektur wirklich sehr spannend und überraschend anders ist, findet man in Fläsch neben den vielen Weingütern auch gut erhaltene Auenwälder und Biotope, welche Heimat für Amphibien und Reptilien sind.

Die Einwohnerzahl von Fläsch ist in den letzten 50 Jahren um rund 150 Prozent gestiegen. Bild: Sandra Peters

Weitere Führungen geplant

Am Ende des Rundgangs leuchtete Caroline Lampert uns im wahrsten Sinne des Wortes zurück und erzählte uns letzte spannende Geschichten rund um das Haus mit den drei Bögen. Wieder beim Bistro angekommen, welches Vinothek und Bistro zugleich ist und einem altersgerechten Wohnkonzept angeschlossen ist, liessen wir die Dorfführung in der warmen Stube bei einem Gläschen Wein, beziehungsweise Wasser, ausklingen. In geselliger Runde wurden Eindrücke geteilt, Anekdoten von früher erzählt. Ein kurzweiliger und informativer Abend ging zu Ende. Sind Sie neugierig geworden auf dieses kleine, nördlichste Dorf in Graubünden mit dem Namen Fläsch? Dann kontaktieren Sie direkt Caroline Lampert unter Dorfführung Fläsch, Unterdorf 1 in 7306 Fläsch, oder telefonisch unter 079 388 45 65.

Die Dorfführung wird vom Verein Kultur Herrschaft organisiert. Bild: Sandra Peters
S. Peters