Home Region In-/Ausland Sport Agenda Magazin
Schiers
17.11.2021
18.11.2021 08:42 Uhr

Steine, Wurzeln und altes Holz: Alles muss weg

Motiviert zum Einsatz.
Motiviert zum Einsatz. Bild: Gaby Meier
Vor einer Woche hat die Gemeinde Schiers die Bevölkerung eingeladen, zusammen mit den Gemeindemitarbeitern unter der Leitung von Förster Thomas Löffel einen aktiven Beitrag zur Förderung der vielfältigen Funktionen unseres Lebensraumes zu leisten. Ein Erlebnisbericht inklusive Muskelkater.

Thomas Löffel, Förster im Schierser Wald, begrüsst am ersten Samstag im November rund 30 Personen, die sich am frühen Morgen beim Werkhof am Schrabach eingefunden haben. Erfreut stellt er fest, dass bei den etwa zehn Kindern und 20 Erwachsenen eine gute Altersdurchmischung vorhanden sei. Der Wald lebe und wolle kreativ belebt und gepflegt werden, so das Credo des Försters. Heute sei das Ziel einen Wanderweg auszubessern, auf der Allmei zu räumen und ein paar Bäume zu pflanzen.

Wanderweg mausert sich

Es folgt eine Aufteilung in Gruppen. Die eine Gruppe nimmt die bereit gestellten Pickel, Hacken, Rechen und Schaufeln mit und schliesst sich Vali Jost und Koni Frey an. Die Beiden kümmern sich durch das Jahr um das 130 Kilometer lange Wanderwegnetz auf dem gemeindeeigenen Boden. Am Anfang des Rozatöbeli-Weges in der Nähe der Evangelischen Mittelschule erklärt Koni Frey, wie die Werkzeuge effizient eingesetzt werden und worauf bei der Wegbearbeitung geachtet werden muss. Angestrebt ist eine Verbreiterung auf 70 Zentimeter, damit in Zukunft bequem des Weges gegangen werden kann. Gehört doch dieser Teil von Schiers zum Naherholungsgebiet.

Auch Sitzbänke sollen an dieser Strecke aufgestellt werden, dafür bietet sich die Aussicht wirklich an. Die Teilnehmenden beginnen, ihre Werkzeuge einzusetzen, und im Nu wird sichtbar, wie der Wanderweg sich mausert. Steine, Wurzeln, altes Holz, alles wird durch Manneskraft und Frauenpower in Bewegung gesetzt. Die Karrette ist bald gefüllt und wird von einem jungen Burschen immer wieder in eine bereitgestellte Mulde entleert. Vali Jost und Koni Frey sind froh, bei dieser Arbeit Hilfe bekommen zu haben.

Wenn Klein und Gross das Allmei Bord räumen, … Bild: Gaby Meier

Naturverjüngung

Weiter Richtung Obere Au ist das Geräusch einer Motorsäge zu hören. Die zweite Gruppe unter der Leitung von Förster Thomas Löffel und Gemeinderat Joos Meier errichtet mit ihren Helfern einen Schutzzaun rund um eine junge Eiche. Die Pfähle des Schutzzaunes, so Joos Meier, seien aus Kastanienholz und die Querbretter von einer Lärche. Dies seien äusserst robuste Holzarten und resistent gegen Wild- und Ziegenverbisse. Die Gruppe hantiert mit Motorsäge, Bleiwaage, Schraubbohrer. Wobei Letzterer unter Aufsticht von Joos Meier auch in der Hand eines Primarschülers tätig wird. Die in unmittelbarer Nähe ausgegrabene kleine Eiche hat nun in der Mitte des Schutzzaunes ihren Bestimmungsort erhalten. Durch die sogenannte Naturverjüngung sollen heute noch eine weitere Eiche, zwei Edelkastanien und zwei Elsbeeren gesetzt werden. Ob sie es schaffen? Motivation sei der grösste Antrieb, meint Meier.

… sieht es danach so aus. Bild: Gaby Meier

Ein Zuviel an Gestrüpp

Motiviert geht es auch bei der Gruppe zu und her, in der die meisten Kinder mit dabei sind. Mit Tobias Bucher wird die Allmei geräumt. Die Schierser Allmei, so Tobias Bucher, sei nachgewiesen ein Trockenstandort von nationaler Bedeutung. Die Biodiversität sei hier sehr gross., die Nistmöglichkeit für Vögel dank der vielen dornenartigen Gestrüppe sensationell und die Wiese überaus reich an Blumen und Kräutern aller Arten. Genutzt wird die Allmei von drei Schierser Landwirten. Im Frühjahr und Herbst lassen jeweils zwei von ihnen ihre Kühe weiden. Den Sommer hindurch geniessen die Ziegen hier ihre Freiheit. Heuer sei ein guter Sommer gewesen, sagt Tobias Bucher. Dank des feuchten Wetters sei viel Futter gewachsen, aber eben auch ein Zuviel an Gestrüpp. Und dieses muss nun geräumt werden. Mit Baumscheren, Gabeln und guten Handschuhen geht es ans Werk. Das Allmei-Bord ist steil und der Arbeit viel. Als die Glocken der Dorfkirchen 11 Uhr läuten, nimmt die Arbeitsmoral bei den Jüngsten rapide ab. Doch sie finden ihre Energie im Spiel mit Burg, König und Rittern wieder, und die Älteren wehren sich zwei weitere Stunden gegen die Natur. Gegen abgesägte Hasel-äste, Wachholderstauden, Wildrose, Brombeeren etc. Aber dann! Zurückschauen auf die Allmei und die schöne gerodete Fläche erblicken, macht allen Freude.

Zum Schluss finden sich die Freiwilligen auf dem Spielplatz der Oberen Au ein. Bei feiner Gerstensuppe mit und ohne Bauernwürste lobt der Förster deren tollen Einsatz. Bedauert, dass heute nicht alle Bäumchen eingesetzt werden konnten, und hofft, dass sich beim nächsten Waldtag wieder viele Einwohner dafür begeistern können. Die Verabschiedung schliesst er mit einem Dank an die Teilnehmenden und seine Helfer.

  • Bild: Gaby Meier
    1 / 13
  • Bild: Gaby Meier
    2 / 13
  • Bild: Gaby Meier
    3 / 13
  • Bild: Gaby Meier
    4 / 13
  • Bild: Gaby Meier
    5 / 13
  • Bild: Gaby Meier
    6 / 13
  • Bild: Gaby Meier
    7 / 13
  • Bild: Gaby Meier
    8 / 13
  • Bild: Gaby Meier
    9 / 13
  • Bild: Gaby Meier
    10 / 13
  • Bild: Gaby Meier
    11 / 13
  • Bild: Gaby Meier
    12 / 13
  • Bild: Gaby Meier
    13 / 13
G. Meier