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REKA-Dorf oder Feriensiedlung Traza ? (Teil 3)

Luftansicht der Siedlung (von Süden).
Luftansicht der Siedlung (von Süden). Bild: zVg
Obwohl die REKA noch daran glaubte, gemeinsam eine Lösung zu finden, begann der Verkauf von Wohnungen in den Häusern Nr. 1 und 2. Den potentiellen Käufern bot sich eine möblierte Wohnung auf der Sonnenterrasse des Prättigau zu einem guten Preis-/Leistungsverhältnis. Und dennoch gestaltete sich der Verkauf der Wohnungen als eher zähe Angelegenheit.

Dazu kam natürlich, dass das Restaurant und auch das Bad geschlossen blieben.

Und gerade die Badeanlage, welche doch so schön gelegen und technisch gut ausgebaut war, könnte doch wieder reaktiviert werden. So machte sich im Frühjahr 2018 eine Arbeitsgruppe der Stockwerkeigentümergemeinschaft daran, einen Neustart für das Bad zu planen. Aber auch hier verlief nicht alles geradlinig und hindernisfrei. Eine erste Projektskizze scheiterte und so dauerte es dann doch länger als vorgesehen, bis im Juni 2019 die «Hallenbadgenossenschaft Pany» gegründet wurde und das Bad nach einer kostspieligen Sanierungsphase Ende September 2019 wieder eröffnet werden konnte. Inzwischen erfreuen sich viele Einheimische und Feriengäste an dieser kleinen, schmucken Badeanlage. Aber auch die Schule und Wassersportkurse finden wieder Platz im Hallenbad in Pany.

Blick in eine REKA-Küche und ins Wohnzimmer. Bild: zVg

Hohe Belegung der Wohnungen

In der Folge entschied sich die REKA, ganz von Pany wegzuziehen und nun auch noch die restlichen Wohnungen zu verkaufen. Und inzwischen hatte auch die Corona-Pandemie die Schweiz erreicht und das Alltagsleben mehr und mehr beeinträchtigt und eingeschränkt. Allenfalls mag dies ein Effekt gewesen sein, dass nun der Verkauf der Wohnungen zügig voran kam – eine Situation welche ja gesamtschweizerisch im Immobilienmarkt zu beobachten war. Jedenfalls verliessen Ende März 2021 die letzten REKA-Gäste die Feriensiedlung Traza in Pany. Und ab diesem Zeitpunkt waren nun alle 52 Wohneinheiten in privater Hand. Die 2014 geäusserten Befürchtungen der Tourismusverantwortlichen in der Region, dass nun ausschliesslich Zweitwohnungen entstehen, haben sich so nicht ganz bewahrheitet. Denn einige der Wohnungen dienen inzwischen als Hauptwohnsitz. Und auch sonst sind die Wohnungen sehr oft und sehr gut belegt und eine grössere Anzahl wird weiterhin zur Vermietung für Feriengäste ausgeschrieben. Im Sommer 2021 wurde versucht, im Restaurant des Hauptgebäudes einen Verkaufsladen und ein Café einzurichten, dies als Ersatz für den inzwischen leider geschlossenen und schmerzlich vermissten «Sunnä-Eggä». Aber wie dies bei dieser Siedlung üblich zu sein scheint, braucht es auch dafür mehrere Anläufe! Immerhin wurde im Hauptgebäude inzwischen «Aridönz’s Chreemer Chamerä» eröffnet, ein kleiner sympathischer Laden, in welchem einheimische Produkte und Handwerksarbeiten zum Kauf angeboten werden. Noch stehen im Hauptgebäude einige der Räumlichkeiten leer. Ich bin gespannt was sich da noch alles entwickelt, denn das Potenzial ist ja vorhanden. – Und, in Pany hat sich doch immer wieder irgendwo eine Türe aufgetan und wurde etwas Überraschendes kreiert!

REKA-Restaurant im Hauptgebäude. Bild: zVg

Fazit der 3-teiligen Serie

Diese Siedlung wurde unter dem Namen «Traza» geplant und gebaut und REKA war eigentlich nur ein Intermezzo, welches aber doch zu einem Entwicklungsschub in Pany beigetragen hat. So ist denn wohl der Name «Feriensiedlung Traza» der Richtige und nach dem Einzug der REKA-Fahne wird auch der Name «REKA-Siedlung» mit der Zeit verschwinden. Aber mehr noch – mit dem aktuellen Status und Betrieb in der Siedlung schliesst sich der Kreis. Die Ideen und Träume der Pioniere sind irgendwie Realität geworden. Zwar etwas in anderer Form und mit anderen Beteiligten als ursprünglich geplant. Diese Wohnungen sind für viele Familien aus dem Unterland zur zweiten Heimat und zum erholsamen Rückzugsort geworden – ganz nach dem Motto «Ende gut, alles gut». Ja, und vielleicht tröstet dieser 3-teilige Bericht auch etwas über die Mühen der Gründergeneration hinweg und stellt eine bescheidene Antwort auf die verzweifelt tönende Frage von Heinrich Fiechter in seiner Chronik dar: «Warum lässt man in unserem Werk in Pany alle Hinweise auf uns verschwinden? Wäre unser jahrelanges Engagement nicht einen kleinen Hinweis wert?» Nun, das Ehepaar Fiechter-Sidler kann diese Zeilen nicht mehr lesen, nur rund drei Monate nach Heinrich Fiechter-Sidler ist auch seine Ehefrau Elsbeth verstorben. Aber ihre beiden Töchter erinnern sich an Pany, an die teilweise schwierigen Zeiten des Aufbaus und der Realisierung dieses Projekts und sie haben mir noch einige weitere Informationen gegeben – und dafür bedanke ich mich auch auf diesem Weg.

Blick von Norden auf die drei Wohnhäuser und das Hauptgebäude (rechter Bildrand). Bild: zVg
Peter Müller